Pressebericht 19. Oktober 2017

Voneinander wissen - miteinander Synode lernen

Wanderath: Unter diesem Leitsatz hatte das Seelsorgeteam, der Pfarreienrat der Pfarreiengemeinschaft Langenfeld und das Dekanatsteam des Dekanates Mayen-Mendig die Mitglieder der Räte und alle Interessierten zu einem Informations- und Gesprächsabend eingeladen.

Aktueller Anlass in der Pfarreiengemeinschaft – so Pfr. Schrupp in seiner Begrüßung - war die durch den Weggang der beiden Gemeindereferentinnen entstandene schwierige pastorale Situation.
In verschiedenen Gesprächen sind mittlerweile Vereinbarungen zustande gekommen, wie die Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten des Dekanates die Pfarreiengemeinschaft in dieser Situation unterstützen können. Da zur Zeit und zukünftig die Synode im Bistum Trier eine wichtige Rolle spielt bzw. spielen wird, soll diese Unterstützung auf dem Hintergrund der Ergebnis der Synode geschehen.
Im ersten Teil des Abends wies Dechant Veit nochmals auf wichtige gesellschaftliche und innerkirchliche Veränderungen hin, die zur Einberufung der Synode geführt hatten.
Das Anliegen der Synode ist – so Dechant Veit – sich dieser veränderten Wirklichkeit zu stellen, um der Sendung der Kirche gerecht werden zu können. Ziel sei, einen guten Rahmen zu schaffen für die nächsten 20 Jahre, der ein fruchtbares kirchliches Leben in einer Pfarrei möglich macht.

Die neue Raumgliederung des Bistums sieht 32 „Pfarreien der Zukunft“ vor.
Dabei soll die Pfarrei der Zukunft Mayen die Pfarreien des jetzigen Dekanates Mayen –Mendig umfassen (außerdem die Pfarrei Rieden (so vorgesehen im 2. Entwurf zur Raumgliederung vorgestellt am 23. Oktober 2017).
Dechant Veit wies darauf hin, dass im Prozess der Umsetzung der Synode zur Zeit verschiedene Teilprozessgruppen arbeiten, die die Synodenbeschlüsse aufgreifen und für das Bistum in Handlungsschritte überführen sollen. Auch haben an verschiedenen Orten des Bistums Veranstaltungen zur „Vermögensfrage“ in den neuen Pfarreien der Zukunft stattgefunden.

Im Weiteren entwickelte sich ein spannender Austausch über die Fragen:

Wie kann kirchliches Leben vor Ort weiterhin lebendig bleiben?
Wie können Ehrenamtliche unterstützt werden?
Welche Räte wird es in der neuen Pfarrei der Zukunft geben?
Können die jetzigen Pfarreien weiterhin über ihr Vermögen verfügen?

Anschließend stellten die Pastoralreferenten des Dekanates ihre Aufgabenfelder und aktuellen Arbeitsschwerpunkte im Dekanat vor.
Auf besonderes Interesse der Teilnehmer stieß die Information über die getroffenen Vereinbarungen zur Unterstützung der Pastoral in der Pfarreiengemeinschaft Langenfeld.
Diese Unterstützung kann nicht alle Lücken füllen, soll aber - auf dem Hintergrund von Synode - die Menschen in ihrem Engagement vor Ort unterstützen.

Der  Abend endete mit dem – von allen Anwesenden geteilten – Wunsch, miteinander im Gespräch zu bleiben, Fragen, Unsicherheiten und Ängste ernst zu nehmen und so die Menschen auf dem weiteren Weg mitzunehmen.
Diesem Ziel soll auch die Pfarrversammlung in Wanderath dienen, die im November stattfinden soll.


Links zur Bistumssynode

Großes Interesse für Vermögensfragen in der "Pfarrei der Zukunft"

Alles in einen Topf?

Andernach – „Unsere Pfarrei hat Napoleon und das Dritte Reich überstanden und jetzt kommt die Gefahr von innen“ – so lautete der Vorwurf eines Mannes aus der Pfarrei Pommern an den Trierer Generalvikar Dr. Ulrich Graf von Plettenberg. Gemeinsam mit der Finanzdirektorin des Bistums, Kirsten Straus, und Matthias Müller, Justiziar im Bischöflichen Generalvikariat hat er sich am 13. September bei der Infoveranstaltung zur Vermögensverwaltung in den Pfarreien der Zukunft in Andernach den Fragen und der Kritik gestellt.

Nach Beratungen in der Bistums-Dechantenkonferenz und im Kirchensteuerrat ist eine Vorentscheidung zur Vermögensfrage getroffen: Für jede „Pfarrei der Zukunft" wird eine „Kirchengemeinde" errichtet. Die gegenwärtigen Kirchengemeinden und Kirchengemeindeverbände werden als Rechtsform abgelöst. Diese Variante hat die Expertengruppe „Arbeitsgemeinschaft Vermögen“ erarbeitet und mit „Ansatz B“ überschrieben.

„Bei dem anderen Lösungsansatz, bei Variante A, blieben die gegenwärtigen Kirchengemeinden zunächst bestehen. Über Fusionen, freiwillig oder durch wirtschaftliche oder personelle Not angestoßen, würde nach und nach eine einzige Kirchengemeinde entstehen“, erklärt Kirsten Straus den mehr als 300 Anwesenden in der Mittelrheinhalle. Die Pfarrei der Zukunft müsse dann eine schwierige Fusion nach der anderen verkraften. „Ansatz A“ fände sicher eine höhere Akzeptanz, jedoch sei dieses Konzept nicht mit der Umsetzung der Diözesansynode vereinbar, erklärt Straus.

Der schwierigere Weg - hat aber Vorteile

Variante B sei am Anfang „grausam und anstrengend; und ich weiß auch nicht, ob ich sie davon überzeugen kann“, gibt die Finanzdirektorin ehrlich zu, aber dieser Ansatz habe signifikante Vorteile. „Es ist ein konsequenter Schritt ins Neue.“ Der Generalvikar erklärt: „Wir wollen Verwaltungsvorgänge verschlanken. Die Struktur soll als Stütze und zur Unterstützung dienen.“ „Es gibt auch keine Kleinteiligkeit mehr, die sehr viel Arbeit und Kosten verursacht“, unterstreicht Straus. „Sie bilden dann in der neuen Pfarrei ein so genanntes Vermögensteam. Dort können Sie alle ihre Kompetenzen und Ihr Know-How einbringen. Aufgrund der Größe können auch Vertretungen eingerichtet werden.“ Dies alles diene der Entlastung der Ehrenamtlichen und auch der Rendanturen. „Auch Lasten darf man in die neuen Strukturen mit einbringen. In einem großen Verband kann man manche Sachen besser lösen“, gibt Kirsten Straus zu bedenken.

"Sie hüten das kirchliche Vermögen wie Ihr eigenes"

Diese Variante stößt trotzdem auf viel Unmut und ist mit Befürchtungen verbunden, die das Publikum in Wortbeiträgen oder in schriftlicher Form äußert. Kirsten Straus kann dies nachvollziehen: „Sie hüten dieses Vermögen wie Ihr eigenes.“

Die gegenwärtigen Kirchengemeinden möchten an ihren Vermögen festhalten oder den Prozess zumindest langsam angehen. „Warum kann nicht jede Kirchengemeinde selbst entscheiden, welche Variante sie wählen möchte?“, lautet eine Frage.  „Es müssten dann zwei Verwaltungssysteme parallel betrieben werden: das bisherige für die Kirchengemeinden und ein ganz anders strukturiertes für die Pfarreien der Zukunft. Dies würde für ein Tohuwabohu sorgen“, antwortet Plettenberg.

Verantwortung bleibt vor Ort, Zweckbindung möglich

„Die von uns favorisierte Variante B bedeutet nicht, dass wir alles zentralisieren und in einen Topf werfen wollen“, stellt der Generalvikar klar. „Wir möchten, dass die Verantwortung vor Ort bleibt, in einem guten Zusammenspiel von ehrenamtlich und hauptamtlich Mitarbeitenden.“ Auch in den Pfarreien der Zukunft werde es möglich sein, Zweckbindungen zu setzen und sich finanziell für eine bestimmte Aktion oder ein Gebäude einzusetzen, wie etwa in Form von Stiftungen oder Fördervereinen. „Da wird nicht dran gerührt“, versichert Justiziar Müller. Bei bestimmten Gruppierungen wie beispielsweise Kirchenchöre werde sich auch nichts ändern. Daher appelliert die Finanzdirektorin an die finanzstarken Gemeinden, weiterhin sorgsam mit ihrem Vermögen umzugehen und „keine unnötigen Ausgaben nach dem Motto ‚Bloß nichts den Nachbarn schenken‘ zu machen.“

Synoden-Umsetzung "nicht ohne Sie"!

Die neue Struktur verlange das direkte Aushandeln zwischen den Parteien. „Hier kann das Bistum moderierend tätig werden und bei Blockaden eingreifen“, stellt Kirsten Straus den anwesenden Vertretern von Verwaltungs-, Pfarreien- und Pfarrgemeinderäten in Aussicht. „Das Bistum überlegt auch, was es tun kann, wenn ein großes Ungleichgewicht bei den Finanzen besteht.“

„Auch wenn sie nicht mit allem einverstanden sind, hoffe ich doch, dass sie gespürt haben, dass wir die Synodenumsetzung nicht ohne Sie machen können“, schließt Plettenberg den ersten Informationsabend zum Thema Vermögen.

Weitere Veranstaltungen finden statt am

  • Montag, 9. Oktober in der Stadthalle Boppard
  • Mittwoch, 11. Oktober in der Illipse Illingen
  • Freitag, 13. Oktober im Robert Schuman-Haus Trier.

Die Veranstaltungen beginnen jeweils um 19 Uhr und dauern bis etwa 21.30 Uhr. Zur besseren Planung bittet das Synodenbüro um Anmeldung entweder über die Internetseite www.bistum-trier.de/vermoegensfragenpdz oder im Synodenbüro unter Telefon 0651-7105-623. Alle Informationen zur Umsetzung der Synode im Bistum Trier sind unter www.herausgerufen.bistum-trier.de zu finden.

Bischof Dr. Ackermann in Ochtendung auf einer ersten großen Resonanzveranstaltung

Eher positive Rückmeldungen zur neuen Raumgliederung des Bistums

Ochtendung - Auftakt zur nächsten Stufe der Resonanzphase für die Synodenumsetzung: in Ochtendung stellten sich am Freitag in gleich zwei Veranstaltungen am Nachmittag und am Abend Vertreter des Bistums den Fragen und Anmerkungen von Gläubigen zu den geplanten 35 Pfarreien der Zukunft. Es gab viel Zustimmung, aber es wurden auch Sorgen, Ängste und Kritik geäußert. Bischof Dr. Stephan Ackermann zeigte sich zufrieden: „Die Veranstaltungen haben gezeigt, dass wir ganz schnell bei den Grundfragen dessen sind, was die Synode gewollt hat.“

Mehr als 500 Menschen waren zu den beiden jeweils dreistündigen Resonanzveranstaltungen in die Kulturhalle Ochtendung gekommen – haupt- und ehrenamtlich in den Pfarreien Engagierte, aber auch Kirchenmitglieder, die einfach Interesse an der Weiterentwicklung ihrer Kirche haben. Bischof Ackermann betonte in seiner Eröffnungsansprache, dass das Abschlussdokument der Synode für das Bistum Trier verbindlich sei. „Das Ergebnis der Synode gilt. Ich habe gesagt, ich nehme das Dokument an, und so ist es auch.“

In einem Abwägungsprozess unter Einbeziehung der Räte war im Herbst vergangenen Jahres beschlossen worden, den von der Synode empfohlenen Perspektivwechsel hin zu weiten pastoralen Räumen und zur Vernetzung als erstes umzusetzen. Vor diesem Prozess steht das Bistum nun mit der von einer Arbeitsgruppe am 24. März vorgestellten neuen Raumgliederung in 35 Pfarreien der Zukunft, die bis 2020 eingerichtet werden sollen.

Der Bischof erklärte, dass mit dieser "Pfarrei der Zukunft" etwas anderes gemeint sei als das, was bislang als Pfarrei wahrgenommen werde: „Gemeinde und Pfarrei stimmen schon heute vielfach nicht mehr überein. Es geht darum, wie wir das Christsein in unterschiedlichen Gemeinden leben an verschiedenen Orten in einem Raum, den wir 'Pfarrei der Zukunft' nennen.“ Wie dies schon jetzt gehen kann, zeigte in der Ochtendunger Abendveranstaltung die Dekanatsreferentin aus dem Dekanat Rhein-Wied, Margit Ebbecke, anhand des Beispiels „Musikkirche live“ in Neuwied-Block, bei dem mit großem Erfolg eine neue Gottesdienstform ausprobiert werde. Gerade solche Ideen und Initiativen möchte das Synoden-Abschlussdokument fördern, dazu sind größere Räume und Vernetzungen notwendig.

Der Direktor des Strategiebereichs Ziele und Entwicklung im Bischöflichen Generalvikariat, Dr. Gundo Lames, stellte den Teilnehmern die Kriterien vor, wie die Vorschläge für die Pfarreien der Zukunft zustande gekommen waren. Dies sind unter anderem: die Außengrenzen des Bistums und die Landesgrenze zwischen Rheinland-Pfalz und dem Saarland, hinreichende Größe der Pfarrei zur Sicherung der Vielfalt gesellschaftlichen Lebens, Untrennbarkeit der bestehenden Kirchengemeinden, Ziel einer möglichst gleichen Größe und Komplexität, Rückgang der personellen und finanziellen Ressourcen.

In der Rückmelderunde wurden der Bischof und seine Mitarbeiter mit einer Fülle von Anmerkungen und Fragen konfrontiert, die sie teilweise beantworten konnten, teilweise aber auch nach Trier mitnehmen wollten zur weiteren Bearbeitung. Dem Ochtendunger Publikum ging es etwa um Fragen nach der Kita als "Kirchenort", der inneren Struktur der neuen Pfarrei, dem Vermögen und dem Immobilienbesitz, der Rolle der Ehrenamtlichen, danach, wie Seelsorge an Ort und Stelle weiter sichergestellt wird und um die Attraktivität der kirchlichen Berufe.

Bischof Ackermann bat um Verständnis, dass es nicht auf alle Fragen bereits fertige Antworten oder gar einen „Masterplan in der Schublade des Generalvikariats“ gebe. „Im Moment müssen wir mit einer gewissen Unsicherheit leben“, so der Bischof. „Wenn wir das synodale Prinzip ernst nehmen, heißt dies, dass es auch Zwischenstände und Unfertiges gibt und keine Patentlösungen. Die Dinge sind nicht festgezurrt, sondern entwickeln sich.“ Daher seien diese Resonanzveranstaltungen so bedeutsam, denn bei ihnen bestehe die Möglichkeit, sich einzubringen und den Prozess mitzugestalten.

Die nächsten Veranstaltungen dieser Art finden statt am: Mittwoch, 24. Mai, in Prüm - Donnerstag, 1. Juni, in Simmern - Freitag, 9. Juni, in Dillingen - Samstag, 10. Juni, in Trier - Freitag, 16. Juni, in Saarbrücken (anders als früher geplant nicht im EWerk, sondern in der Jugendkirche eli.ja) - Freitag, 30. Juni, in Neuwied. Weitere Informationen unter: www.bistum-trier.de/heraus-gerufen/35-pdz/weiter-gehts-resonanz-phase