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16. Juni 2020

Sehnsucht

Sehnsucht

Alles beginnt mit der Sehnsucht,

immer ist im Herzen Raum für mehr,

für Schöneres, für Größeres –

Das ist des Menschen Größe und Not:

Sehnsucht nach Stille, nach Freundschaft und Liebe.

Und wo Sehnsucht sich erfüllt,

dort bricht sie noch stärker auf –

Fing nicht auch Deine Menschwerdung, Gott,

mit dieser Sehnsucht nach dem Menschen an?

So lass nun unsere Sehnsucht damit anfangen,

Dich zu suchen,

und lass sie damit enden,

Dich gefunden zu haben.

[Nelly Sachs]

Bild: pixabay/zorro4

05. Juni 2020 - von Helga Geisbüsch

Leuchtturm sein

Text: Wolgang Bochert

Bild: Quelle unbekannt

02. Juni 2020 - von Mechthild Peters

Der heilige Geist


er ist nicht schwarz
er ist nicht blau
er ist nicht rot
er ist nicht gelb
er ist nicht weiss

der heilige geist ist ein bunter vogel

er ist da
wo einer den anderen trägt
der heilige geist ist da
wo die welt bunt ist
wo das denken bunt ist
wo das denken und reden und leben
gut ist
der heilige geist lässt sich nicht
einsperren
in katholische käfige
nicht in evangelische käfige
der heilige geist ist auch
kein papagei
der nachplappert
was ihm vorgekaut wird
auch keine dogmatische walze
die alles platt walzt
der heilige geist
ist spontan
er ist bunt
sehr bunt
und er duldet keine uniformen
er liebt die phantasie
er lebt das unberechenbare
er ist selber unberechenbar

Wilhelm Willms

01. Juni 2020 - von Josesf Schrupp

Komm herab, o heil´ger Geist

Liebe Pfarrangehörige,

eines der ältesten Lieder unseres Gotteslob ist die deutsche Übersetzung der lateinischen Pfingstsequenz Veni Sanctus Spiritus.

Das Lied handelt vom Wirken des heiligen Geistes. Es spricht unter anderem davon, dass der Geist Gottes in der Unrast Ruhe schenkt,

in der Hitze Kühlung,

in Leid und Tod Trost.

Was befleckt ist kann er rein waschen.

Was kalt und hart ist wärmen.

Was erstarrt ist lösen und

was den Weg verfehlt lenken kann.

 

Ein gutes Gebet, wohl auch in diesen schwierigen Zeiten.

Ich wünschen Ihnen allen ein gesegnetes Pfingstfest.

Ihr Pastor Josef Schrup

 

Komm herab, o Heil‘ger Geist,
der die finstre Nacht zerreißt,
strahle Licht in diese Welt.

Komm, der alle Armen liebt,
komm, der gute Gaben gibt,
komm, der jedes Herz erhellt.

Höchster Tröster in der Zeit,
Gast, der Herz und Sinn erfreut,
köstlich Labsal in der Not,
in der Unrast schenkst du Ruh,
hauchst in Hitze Kühlung zu,
spendest Trost in Leid und Tod.

Komm, o du glückselig Licht,
fülle Herz und Angesicht,
dring bis auf der Seele Grund.
Ohne dein lebendig Wehn
kann im Menschen nichts bestehn,
kann nichts heil sein noch gesund.

Was befleckt ist, wasche rein,
Dürrem gieße Leben ein,
heile du, wo Krankheit quält.
Wärme du, was kalt und hart,
löse, was in sich erstarrt,
lenke, was den Weg verfehlt.

Gib dem Volk, das dir vertraut,
das auf deine Hilfe baut,
deine Gaben zum Geleit.

Lass es in der Zeit bestehn,
deines Heils Vollendung sehn
und der Freuden Ewigkeit.

Bild: pixabay/MMckein 

31. Mai 2020

Frömmigkeit

Im Zugehen auf das Pfingstfest veröffentlichen wir diese Woche die 7 Gaben des Heiligen Geistes.

Welche Gabe spricht Ihnen - besonders in der Corona-Zeit - besonders Mut zu, welche macht Hoffnung? Vielleicht gibt es auch eine, die plötzlich völlig unverständlich wirkt...

Text und Gestaltung: Tobias Wolff und Mechthild Peters

HIER zum AUSDRUCKEN und VERSCHENKEN!

30. Mai 2020

Einsicht

Im Zugehen auf das Pfingstfest veröffentlichen wir diese Woche die 7 Gaben des Heiligen Geistes.

Welche Gabe spricht Ihnen - besonders in der Corona-Zeit - besonders Mut zu, welche macht Hoffnung? Vielleicht gibt es auch eine, die plötzlich völlig unverständlich wirkt...

Text und Gestaltung: Tobias Wolff und Mechthild Peters

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29. Mai 2020

Stärke

Im Zugehen auf das Pfingstfest veröffentlichen wir diese Woche die 7 Gaben des Heiligen Geistes.

Welche Gabe spricht Ihnen - besonders in der Corona-Zeit - besonders Mut zu, welche macht Hoffnung? Vielleicht gibt es auch eine, die plötzlich völlig unverständlich wirkt...

Text und Gestaltung: Tobias Wolff und Mechthild Peters

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28. Mai 2020

Gottesfurcht

Im Zugehen auf das Pfingstfest veröffentlichen wir diese Woche die 7 Gaben des Heiligen Geistes.

Welche Gabe spricht Ihnen - besonders in der Corona-Zeit - besonders Mut zu, welche macht Hoffnung? Vielleicht gibt es auch eine, die plötzlich völlig unverständlich wirkt...

Text und Gestaltung: Tobias Wolff und Mechthild Peters

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27. Mai 2020

Erkenntnis

Im Zugehen auf das Pfingstfest veröffentlichen wir diese Woche die 7 Gaben des Heiligen Geistes.

Welche Gabe spricht Ihnen - besonders in der Corona-Zeit - besonders Mut zu, welche macht Hoffnung? Vielleicht gibt es auch eine, die plötzlich völlig unverständlich wirkt...

Text und Gestaltung: Tobias Wolff und Mechthild Peters

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26. Mai 2020

Weisheit

Im Zugehen auf das Pfingstfest veröffentlichen wir diese Woche die 7 Gaben des Heiligen Geistes.

Welche Gabe spricht Ihnen - besonders in der Corona-Zeit - besonders Mut zu, welche macht Hoffnung? Vielleicht gibt es auch eine, die plötzlich völlig unverständlich wirkt...

Text und Gestaltung: Tobias Wolff und Mechthild Peters

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25. Mai 2020

Rat

Im Zugehen auf das Pfingstfest veröffentlichen wir diese Woche die 7 Gaben des Heiligen Geistes.

Welche Gabe spricht Ihnen - besonders in der Corona-Zeit - besonders Mut zu, welche macht Hoffnung? Vielleicht gibt es auch eine, die plötzlich völlig unverständlich wirkt...

Text und Gestaltung: Tobias Wolff und Mechthild Peters


24. Mai 2020

Oh Gott




21. Mai 2020 - von Iris Emmerich

Man walking to the Sky

Anlässlich der „documenta“ 1992 installierte der amerikanische Künstler Jonathan Borofsky (*1942) seine Skulptur „Man walking tot he sky“. Während die übrigen Kunstwerke nach der Ausstellung wieder eingepackt oder abgerissen wurden, blieb der „Himmelsstürmer“ stehen. Die Kasseler Bürger mochten ihn und wollten ihn behalten. So steht die Skulptur heute noch auf dem Friedrichsplatz vor dem Kasseler Museum. Die Großplastik besteht aus einem 25 Meter langen silbrigen Stahlrohr, das einen Durchmesser von 30 cm hat und im Neigungswinkel von 65 Grad in den Himmel ragt. Im Boden ist sie mit Stahlträgern und Betonwürfeln verankert, die für die Betrachter nicht sichtbar sind. Ein Mann steigt höher und höher. Er ist leger gekleidet. Ohne Geländer zur Seite bewegt wer sich mit sicheren und weit ausholenden Schritten auf dem langen und vor allem schmalen Rohr. Kein leichter Weg. Kein Spaziergang. Einen Teil der Strecke hat er schon zurückgelegt. Kein ängstlicher Blick nach unten, kein Halt außer sich selbst und dem Ziel. Die Skulptur führt etwas Unmögliches vor Augen. Der Aufstieg auf einer so steil aufsteigenden Stange widerspricht den Naturgesetzen, scheint von der Vernunft her zum Scheitern verurteilt. Und doch bewegt sich der Mann sicher und zielstrebig.

Wer ist dieser Mann, der den Himmel zu erstürmen scheint? Gehört er zu den „Immer höher, immer schneller“-Menschen? Gehört er zu denen, die den gefährlichen „Kick“ brauchen, um sich selbst zu erfahren? Oder gehört er zu den Menschen, die ihr Leben auf ein Ziel hin gestalten? Die neue Wege suchen? Nur ein Leben, das von einer Vision durchdrungen ist, kann sich so entschlossen dem aufgebrochenen Himmel entgegen bewegen.

Er geht.

Leichtfüßig, zielstrebig, fast beschwingt.

Vorwärts, nach oben.

Die Fesseln des Alltags fallen von ihm ab.

Der Geruch der Freiheit weht im um die Nase.

Geradewegs in den Himmel hinein.

Gradlinig, unkompliziert, fest auf ein Ziel hin.

Manchmal wünscht sich jeder, so zu gehen.

 

Bildmeditation anlässlich des Gottesdienstes zur Verabschiedung von Dr. Albert Esser als Leiter der Lebensberatung Koblenz am 24. Mai 2012.

Bild: Buecherwurm_65/pixabay


20. Mai 2020

Glaube - Liebe - Hoffnung

Woraus glaubst Du?

Wen liebst Du?

Wer gibt Dir Hoffnung?


19. Mai 2020 - von Monika Lellmann

Mittagessen mit Gott


18. Mai 2020 - von Mechthild Peters

Unaussprechlich

Unaussprechlich
Vor kurzem bin ich auf eine schöne „Anekdote“ gestoßen. Ihren Wahrheitsgehalt kenne ich nicht. Trotzdem hat sie für mich einen wahren Kern:
„Ein 93 jähriger Italiener, als Corona-Infizierter geheilt, brach in Tränen aus, als er gebeten wurde, die Rechnung für einen Tag künstliche Beatmung zu begleichen. Als der Arzt fragte, warum er weine, sagte er folgendes: „Ich weine, weil ich Dank Gottes Hilfe, 93 Jahre kostenlos atmen durfte, während ich heute für einen einzigen Tag künstliches Beamten 500€ zahlen muss“.
Irgendwie gefällt mir das. Ja, stimmt… 93 Jahre kostenloses Atmen (mal mehr/ mal weniger) haben wir einfach mal so zur Verfügung gestellt bekommen. Ohne jede Forderung.
Und ein weiterer Gedanke kommt mir, da ich gerade das Buch „Pure Präsenz“ von Richard Rohr lese. Richard Rohr ist Franziskanerpater und begleitet mich mit seinen Werken schon eine ganze Zeit lang. In dem besagten Buch reflektiert er den Gottesnamen Jahwe, der in der jüdischen Tradition für die Unaussprechlichkeit des Gottesnamens steht.
Die Deutung Rohrs fasziniert mich: Letztlich ist die Anordnung des Wortes JAHWE so angelegt, dass man bei der Aussprache dessen die eigene Zunge gar nicht bewegen muss. Sondern dass dabei der eigene Atem reicht.
Jeder Atemzug, den ich tue ist also schon längst ein Gebet. Das Aussprechen seines Namens. Jedes weitere Wort über ihn ist dabei eigentlich schon zu viel. Eine Dopplung… nicht auszudenken, was das eigentlich für Theologie und Kirche bedeuten könnte… Wenn nur die Besinnung auf den eigenen Atem uns reichen würde… Und das verbindet uns alle. Christen, Muslime, Juden, Atheisten… Es gibt keine ureigene Form des Atems, der vielleicht religiös oder kulturell verschieden wäre. Die Luft ist überall gleich. Kein Land, keine Religion können sie für sich beanspruchen. Wie schön ist auch die Vorstellung, dass das erste, was ich tue, wenn ich auf die Welt komme und auch das letzte, was ich tue, eigentlich ein Gebet ist. Mein erster Atemzug und auch mein letzter. 93 Jahre lang- Luft zum Atmen. Wie viele Gebete das wohl sind?


Ihre Helena Gilbert

aus: facebook-Beitrag der Pfarrgemeinde St. Franziskus von Assisi Nieder-Olm vom 13. Mai 2020

Bild: Engin_Akyurt/pixabay

HIER zum DOWNLOAD und VERTEILEN!

 

  

17. Mai 2020 - von Oliver Serwas

Alltag

"Geht in euren Tag hinaus ohne vorgefasste Ideen,

ohne die Erwartung von Müdigkeit,

ohne Plan von Gott, ohne Bescheidwissen über ihn,

ohne Enthusiasmus,

ohne Bibliothek -

geht so auf die Begegnung mit ihm zu.

Brecht auf ohne Landkarte -

und wisst, dass Gott unterwegs zu finden ist,

und nicht erst am Ziel.

Versucht nicht, ihn nach Originalrezepten zu finden,

sondern lasst euch von ihm finden

in der Armut eines banalen Lebens."

[Madeleine Delbrel - Gott einen Ort sichern, Ostfildern 2018, 39]

Foto: Oliver Serwas


16. Mai 2020 - von Mechthild Meyer

Ich glaube

 

Gedenken- Erinnerung – Ermutigung ?

Vor 75 Jahren ging der Zweite  Weltkrieg  und damit die menschenverachtende Herrschaft der Nationalsozialisten zu Ende.

 Der Theologe  und Pfarrer Dientrich  Bonhoeffer machte  sich  schon früh dafür stark,  dass die Christen etwas gegen Hitlers Mord an den Juden unternehmen sollten und  engagierte sich später mit anderen im poltischen Widerstand .

Er wurde kurz vor Kriegsende hingerichtet.

Im Übergang zum Jahr 1943 schreibt er – auch für seine Gefährten in ihrem gefährlichen  Einsatz -  dieses  Glaubensbekenntbnis:


15. Mai 2020 - von Tobias Wolff

Wir gegen Rassismus

Wir gegen Rassismus

Mayener Musikerin beim Benefiz-ESC

MAYEN. Die Jugendaktion „Wir gegen Rassismus“ im Bistum Trier veranstaltet am Freitag, den 15. Mai ein virtuelles Benefiz-Event unter dem Titel „European Solidarity Challenge“. Das Ziel lautet: Möglichst viele Spenden sammeln, die dem Katastrophenhilfswerk Caritas international zugutekommen.

Über 35 internationale Musiker sind mit einem Musikbeitrag dabei, darunter JP Cooper aus London oder Kasalla und Cat Ballou aus Köln. Auch Musiker aus Dänemark, Österreich oder den Niederlanden gehen für ihr Land an den Start. Allerdings nicht gegeneinander, sondern gemeinsam gegen das Virus. Und auch aus Mayen wird die Musikerin Thora bei der European Solidarity Challenge mit am Start sein. Des Weiteren wird der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Limburger Bischof Dr. Georg Bätzing, ein Lied an der Orgel zum Besten geben. Und der Trierer Bischof Stephan Ackermann, Zehnkämpfer Kai Kazmirek oder Moderator Willi Weitzel („Willi wills wissen“) beteiligen sich jeweils mit einem Statement.

Alle Künstler treten ohne Gage für die gute Sache an. Analog zu der Punktevergabe beim ESC können die Zuschauer 8, 10 oder 12 Euro spenden – und natürlich auch jeden anderen Betrag. Der Erlös geht an den Corona-Nothilfefonds von Caritas international, dem Hilfswerk des Deutschen Caritasverbands. „Wir finden es genau in diesen Zeiten besonders wichtig auch für die Menschen zu spenden, die ums nackte Überleben kämpfen“, schildert Basti Campmann, Sänger der Band Kasalla. So kommt das Geld beispielsweise Geflüchteten in Camps auf der griechischen Insel Lesbos, im Rohingya-Flüchtlingslager in Bangladesch oder den Ärmsten in Burundi und anderen afrikanischen Ländern zugute. Sie erhalten Nahrungsmittel, Medikamente und Hygieneartikel.

Den Livestream am 15.Mai ab 20 Uhr und die Möglichkeit das Projekt zu unterstützen gibt es im Internet unter: www.caritas-international.de/livekonzert

Christopher Hoffmann, Tobias Wolff


Von der Kath. Familienbildungsstätte Mayen

Tag der Familie am 15. Mai


13. Mai 2020 - von Monika Lellmann

Kerze will ich sein


12. Mai - von Thomas Thomiczny

Lebensworte


11. Mai - von Oliver Serwas

Alltag

„Egal, was wir zu tun haben: ob wir einen Besen oder einen Füllfeder halten. Reden oder stumm sein, etwas flicken oder einen Vortrag halten, einen Kranken pflegen oder auf einer Schreibmaschine hämmern.

All das ist nur die Rinde einer herrlichen Realität, der Begegnung der Seele mit Gott in jeder erneuten Minute, die an Gnade zunimmt, immer schöner wird für ihren Gott.“

(Madeleine Delbrêl, Wir Nachbarn der Kommunisten, Einsiedeln 1975, 53).

Foto: pixabay / StockSnap 


19. Kalenderwoche - von Mechthild Peters

Meine Großmutter hat mir einen Tipp gegeben

Meine Großmutter hat mir mal diesen Tipp gegeben:
Wenn die Zeiten schwierig sind, gehe in kleinen Schritten weiter.
Tu, was du tun musst, aber tu es langsam.
Denk nicht an die Zukunft oder was morgen passieren kann.
Reinige das Geschirr.
Wisch den Staub ab.
Schreibe einen Brief.
Koch suppe.
Siehst du das?
Du gehst vorwärts, Schritt für Schritt.
Mach einen Schritt und dann Pause.
Ruh dich aus.
Schätze dich selbst.
Mach den nächsten Schritt.
Dann noch einen.
Du wirst es kaum merken, aber deine Schritte werden länger werden.
Bis es soweit ist, wo du wieder an die Zukunft denken kannst, ohne zu weinen.

aus: Elena Mikhalkova, "Der Raum der alten Schlüssel".

Foto: Tasha Tudor

von: facebook: Rike Siemann


3. Mai - von Martin Nober

Auslegung des Evangeliums

4. Sonntag der Osterzeit

Evangelium Joh 10,1-10

In jener Zeit sprach Jesus: Amen, amen, ich sage euch: Wer in den Schafstall nicht durch die Tür hineingeht, sondern anderswo einsteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber. Wer aber durch die Tür hineingeht, ist der Hirt der Schafe. Ihm öffnet der Türhüter und die Schafe hören auf seine Stimme; er ruft die Schafe, die ihm gehören, einzeln beim Namen und führt sie hinaus. Wenn er alle seine Schafe hinausgetrieben hat, geht er ihnen voraus und die Schafe folgen ihm; denn sie kennen seine Stimme. Einem Fremden aber werden sie nicht folgen, sondern sie werden vor ihm fliehen, weil sie die Stimme der Fremden nicht kennen. Dieses Gleichnis erzählte ihnen Jesus; aber sie verstanden nicht den Sinn dessen, was er ihnen gesagt hatte. Weiter sagte Jesus zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ich bin die Tür zu den Schafen.

 Alle, die vor mir kamen, sind Diebe und Räuber; aber die Schafe haben nicht auf sie gehört. Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden. Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten; ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.

 

Das Evangelium ist uns allen bekannt. Auch das Bild des guten Hirten. Da ist dieser Schafstall gezeichnet, den der gute Hirte durch die Tür betritt, nicht durch ein Schlupfloch. Der da eintritt, kennt jedes Mitglied der dort wartenden Herde persönlich. Er ruft jeden einzelnen bei seinem Namen. Er führt sie, wie im Ps. 23 steht, auf grüne Auen und ans klare Wasser. Er passt auf sie auf, wendet drohendes Unheil ab und überlässt sie nicht einem ungewissen Schicksal.

Ein anderes Bild ist uns aus mancher Kinderbibel bekannt.  Ein verlorenes Schaf zappelt in einer Dornenhecke über dem Abgrund. Und der gute Hirte klettert zu ihm, sich selbst in Gefahr bringend, packt es, zieht es aus den Dornen heraus und legt es über seine Schultern und bringt es nach Hause.

„Und wenn aus blinder Wahl ich auch im finstern Tal, weitab mich sollt verlieren, so fürcht ich dennoch nicht; ich weiß mit Zuversicht, du, Herr, du wirst mich führen“. So lautet die zweite Strophe des bekannten Liedes > Mein Hirte ist der Herr<  (GL 421)

Glaube ich das wirklich? Jetzt in einer Zeit in der unserer Gesundheit bedroht ist? In der ich nicht weiß, wie es weiter geht?

Auf dem Jakobusweg durch Frankreich, den ich mit Freunden gegangen bin,  war ein Etappenziel von uns die Klosterkirche in Vazelay in Burgund. Am Abend führte mich eine Ordensschwester durch die Kirche um mir einige Besonderheiten zu zeigen. Auf einem Säulenkapitell war das Bild des guten Hirten ausgedeutet. Es zeigt Judas, der durch seinen Verrat von Gott abgewandt hat. Da sieht man Judas, der sich selbst das Leben genommen hat, nachdem er erkannte, was er durch seinen Verrat angerichtet hat. Es war kein schöner Anblick, dieser in Stein gemeißelter Freitod eines Verzweifelten in entsetzlich selbstgewählter Gottesferne. Ihm hängt buchstäblich die Zunge aus dem Hals, die Augen starren ins Leere. Ja, so schrecklich das Bild auch ist, es passt zu dem wie wir oft denken. Judas war schuld. Aber dann machte mich die Schwester auf die Rückseite der gleichen Säule aufmerksam. Da sieht man Jesus, der sich des Verlorenen annimmt, ihn abnimmt, ihn nicht hängen lässt. Er hat ihn auf seine Schultern gehoben, in dieser uns bekannten Haltung des guten Hirten, der das verlorene Schaf in Sicherheit bringt.

Liebe Schwestern und Brüder,

soweit habe ich noch nie gewagt zu denken. Jesus rettet seinen Verräter … so weit geht seine Liebe zu uns Menschen … er lässt niemanden hängen.  Ein tröstlicher Augenblick, eine anrührende Perspektive.

Gegen Ende dieser Textstelle wir uns ein zweites Bild gezeigt. Jesus als die Tür zum Vater.

Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden. Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten; ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.

Das bedeutet, dass wir einfach durch diese Tür ein- und ausgehen können und Weide finden, das Leben in Fülle. Zwischen all den Türen, die wir im Laufe einer Woche aufstoßen und zuschlagen, verrammeln oder sperrangelweit aufstehen lassen gibt es diese Tür, die das Namensschild JESUS trägt. Sie führt in die Tiefe, in die Weite, ins eigene Innere und in die Gemeinschaft. Ich lade Sie/uns ein, diese Tür täglich zu öffnen, um daran erinnert zu werden, dass er sich auf uns einlässt, wenn wir ihn einlassen.

Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Wochenende, eine gute Zeit und Gesundheit.

Diakon Martin Nober

(Bild: pixabay / fancycrave1)



01. Mai 2020

Nicht müde werden

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30. April 2020 - von Annika Frank

Spuren im Sand


29. April 2020 - von Winfried Stadtfeld

Leuchten


28. April 2020 - von Monika Lellmann

Nur heute


27. April 2020 - von Annika Frank

Immer da

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26. April 2020 - von Mechthild Peters

Auslegung des Evangeliums Joh 21, 1-14

Bei meiner Arbeit im St. Elisabethkrankenhaus habe ich es besonders gern mit der Palliativstation zu tun. Das Schöne dort sind Patient*innen, die sehr gebessert nach Hause können.  Kamen rein mit starken Schmerzen, oft unbeweglich, abgemagert, weil sie nichts essen konnten. Gehen gestärkt durch gute Medikamente, Physiotherapie und leckeres Essen. Zurück nach Hause. Das freut alle im Team.

Dann gibt es natürlich auch Menschen, denen geht es schlecht und es wird klar, dass ihnen ein anderer „Heimweg“ bevor steht. In den Todesanzeigen wird das oft so ausgedrückt: danke für die Anteilnahme beim Heimgang unseres lieben Verstorbenen.

Wer so spricht, der glaubt daran, dass wir Menschen nicht im Tod stecken bleiben, sondern dass auch wir auferweckt werden vom Tod, so wie Jesus. Und dass wir in Gottes Reich leben werden.

Nur: wer so dicht vor dem Tod steht, der fragt sich, wie das gehen soll. Es ist noch niemand zurück gekommen und hat berichtet, wie es da ist. Das sagen die Patienten oft, wenn ich frage, ob sie Angst haben. Naja, Angst – man weiß es eben nicht, es ist noch keiner zurück gekommen.

Das stimmt. Es ist noch keiner zurückgekommen und hat berichtet, wie es „da“ ist. Denn Jesus, von dem wir glauben, dass er zurück gekommen ist, der hat nichts erzählt.

Dieser Grenzgänger zwischen Gottes Reich und unserer Welt, der hat doch den Tod erlitten und ist zu Gott gegangen, kam danach auf die Erde zurück und hat nichts erzählt.

Merkwürdig.

Und dass seine Freundinnen und Freunde ihn schon nach drei Tagen nicht mehr erkannten, ist auch seltsam.

Als die Frauen zum Grab kamen und es leer vorfanden, hielten sie Jesus für den Gärtner. Die Jünger auf dem Weg nach Emmaus redeten lange mit ihm und erkannten erst beim Brotbrechen, dass es Jesus war – und da entzog er sich ihren Blicken.

Auch in der heutigen Erzählung merken die Jünger lange nicht, mit wem sie es zu tun haben. Sie erkennen ihn erst beim essen. Und wagen nicht, ihn anzusprechen und zu befragen.

Offenbar ist der Auferstandene ein ganz anderer als der, der er vorher war. Rätselhaft, fremd, bleibt im Abstand. So jemand erzählt nicht, wie es „da“ ist. Aber er lässt es ahnen. Er bricht Brot. Er brät Fisch. Er erklärt den Menschen die Heiligen Schriften. Er nennt sie beim Namen. Wenn er selbst auch fremd erscheint: seine Freunde sind ihm vertraut.

Ich schließe aus diesem Verhalten, dass es „da“ gut sein wird. Es gibt genug zu essen und zu trinken. Ich werde vieles verstehen, was ich jetzt nicht verstehe. Und er kennt mich noch.

Ich denke da an die letzten Sätze aus dem Vaterunser, an Gott gerichtet: denn dein ist das Reich, dein ist die Kraft, dein ist die Herrlichkeit, in Ewigkeit.

Das reicht mir.

Manchen Patienten reicht es auch, sie vertrauen darauf.

25. April 2020

Ohne Worte



24. April 2020 - von Oliver Serwas

Glück ist für mich...

Teilen Sie mit anderen, was Sie glücklich macht!

Machen Sie andere Menschen glücklich!

Teilen Sie Ihre Erfahrungen mit uns und anderen auf facebook!

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23. April 2020 - von Nicole Wittmeier

Alles, was atmet, lobe den HERRN


22. April 2020 - von Annika Frank

Verbotene Vögel

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21. April 2020

Atem

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20. April 2020 - von Mechthild Peters

Corona-Gebet


19. Arpil 2020 - von David Morgenstern

Auslegung des Evangeliums Joh 20, 19-31

Du glücklicher Thomas!

Du wolltest, vielleicht konntest du auch nicht glauben, dass Jesus wirklich auferstanden ist. Das größte Geheimnis unseres Glaubens, es hat sich dir nicht sofort erschlossen. Du brauchtest Hilfe, musstest sehen, um glauben zu können. Und du hast sogar Bedingungen dazu gestellt! „Wenn ich nicht,..., glaube ich nicht.“

Und Jesus? Er kam dir entgegen. Er hat dich nicht verurteilt, abgewiesen. Er hatte Verständnis für dich und hat dich seine Wunden berühren lassen, damit du glauben konntest.

Du glücklicher Thomas.

Wie sehr wünsche ich mir heute, dass Jesus mir in meinen Zweifeln auch manchmal entgegen kommt, mich ihn wirklich anfassen lässt. Gerade wenn es um das größte Geheimnis unseres Glaubens geht, seine Auferstehung.

Aber das tut er so einfach nicht mehr. „Selig sind, die nicht sehen, und doch glauben.“

Das fällt mir schwer. Und das fällt uns heute schwer.

Ich finde, gerade in dieser Zeit sieht man sehr deutlich, wie rational und vernunftbestimmt wir Menschen in Deutschland im Jahr 2020 geworden sind. Der scheinbar mächtigste Mann in diesen Tagen ist Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts. Ein Wissenschaftler! Und ich bin froh darum, dass die Diskussion in unserem Land von Argumenten, Zahlen, Daten, Fakten bestimmt wird und nicht von Aberglauben. Aber wie kann Glaube dann noch seinen Platz finden?

 

Ich versuche eine Antwort mit einem Vergleich. Der Analogie zur Liebe.

In der Liebe spielen Zahlen und Daten auch eine Rolle. Wie alt ich war, als ich meinen ersten Kuss bekommen habe. Mein Hochzeitsdatum. Wie lange ich schon getrennt bin. Die Häufigkeit, wie oft ich „Ich liebe dich“ in der Woche sage.

Aber das alles ist nicht wesentlich. Es macht die Liebe nicht aus. „Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar. Man sieht nur mit dem Herzen gut!“ schreibt Antoine de Saint-Exupéry in „Der kleine Prinz“. Das Wesentliche in der Liebe scheint mir das Vertrauen. Ich kann meinen Partner mit Zahlen und Daten vermessen und auswerten. Er kocht soundso oft für mich, sie hat soundso viele Minuten Zeit für mich am Tag, wir haben soundso viele Minuten Zeit für Zärtlichkeit miteinander. Auch das passt sehr gut in unsere Zeit, der Zeit der Fitnessarmbänder und Schrittzähler. Aber dem Wesentlichen der Liebe nähere ich mich damit nicht. Die Grundhaltung der Liebe ist das Vertrauen. Wenn ich der anderen glaube und vertraue, dass sie es gut mit mir meint, dass er mich schätzt, dass wir uns lieben, dann erschließt sich für uns vielleicht eine neue Wirklichkeit, jenseits von messbaren Fakten. Dann fühle ich, dass da etwas ist, dass Mehr ist, als das, was ich sehe.

Mit dem Glauben scheint es mir ähnlich. Die Grundhaltung des Glaubens ist ebenso das Vertrauen. Das Vertrauen, dass da etwas ist. Das Er es gut mit mir meint. Das Vertrauen, das Auferstehung geschehen kann.

Und dann würde ich gar nicht mehr sagen: Du glücklicher Thomas. Denn der braucht ja erst Beweise. Auch wenn ich mir das manchmal selber sehr wünschen würde. Aber dann wäre der Glaube ja kein Glaube mehr, sondern Fakt, wissenschaftlich bewiesen und belegbar. Dann würde ich mit Jesu Worten eher sagen: Selig sind, die nicht sehen und doch glauben. Denn sie werden mit dem Herzen auf Ostern sehen.



17. April 2020 - von Jana Katharina Schmitz

Auferstehen

AUF-ER-STEHEN bedeutet ER STEHT AUF.

Für uns Menschen nimmt er er ALLES in Kauf.

Er steht auf gegen Tod und Leid,

gegen Hass und Missgunst,

gegen ein Ende der Zeit.

Er steht auf für die verlorene Menschlichkeit,

für die Liebe ist er immer zu geben bereit.

Aus NICHTS kann so wieder ALLES werden.

Darum lasst uns leben diesen Himmel auf Erden.

Lasst uns heute wie Christus aufstehen,

um einen Funken ALLES zu verschenken,

an die, die nur NICHTS sehen

und an IHN nicht mehr denken.

Lasst uns ein Hoffnungswerk sein!

Wir sind nicht machtlos und nicht allein,

Lasst uns ein Hoffnungswerks sein

und dann wird aus Wasser plötzlich Wein.

Jana Katharina Schmitz


16. April - von Annika Frank

Vertrauen


15. April 2020 - von Monika Lellmann

Ostermorgen


14. April 2020 - von Winfried Stadtfeld

Hoffnungslicht

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Auslegung des Evangeliums von Tobias Wolff

13. April 2020 - von Tobias Wolff

"Brannte in uns nicht das Herz..."

  • Evangelium
  • Auslegung

Evangelium

Lk 24, 13–35

13 Am ersten Tag der Woche
waren zwei von den Jüngern Jesu
auf dem Weg in ein Dorf namens Emmaus,
das sechzig Stadien von Jerusalem entfernt ist.
14 Sie sprachen miteinander über all das, was sich ereignet hatte.
15 Und es geschah:
Während sie redeten und ihre Gedanken austauschten,
kam Jesus selbst hinzu und ging mit ihnen.
16 Doch ihre Augen waren gehalten,
sodass sie ihn nicht erkannten.
17 Er fragte sie: Was sind das für Dinge,
über die ihr auf eurem Weg miteinander redet?
Da blieben sie traurig stehen
18 und der eine von ihnen – er hieß Kléopas – antwortete ihm:
Bist du so fremd in Jerusalem,
dass du als Einziger nicht weißt,
was in diesen Tagen dort geschehen ist?
19 Er fragte sie: Was denn?
Sie antworteten ihm: Das mit Jesus aus Nazaret.
Er war ein Prophet,
mächtig in Tat und Wort vor Gott und dem ganzen Volk.
20 Doch unsere Hohepriester und Führer
haben ihn zum Tod verurteilen und ans Kreuz schlagen lassen.
21 Wir aber hatten gehofft,
dass er der sei, der Israel erlösen werde.
Und dazu ist heute schon der dritte Tag,
seitdem das alles geschehen ist.
22 Doch auch einige Frauen aus unserem Kreis
haben uns in große Aufregung versetzt.
Sie waren in der Frühe beim Grab,
23 fanden aber seinen Leichnam nicht.
Als sie zurückkamen,
erzählten sie, es seien ihnen Engel erschienen
und hätten gesagt, er lebe.
24 Einige von uns gingen dann zum Grab
und fanden alles so, wie die Frauen gesagt hatten;
ihn selbst aber sahen sie nicht.
25 Da sagte er zu ihnen: Ihr Unverständigen,
deren Herz zu träge ist,
um alles zu glauben, was die Propheten gesagt haben.
26 Musste nicht der Christus das erleiden
und so in seine Herrlichkeit gelangen?
27 Und er legte ihnen dar,
ausgehend von Mose und allen Propheten,
was in der gesamten Schrift über ihn geschrieben steht.
28 So erreichten sie das Dorf, zu dem sie unterwegs waren.
Jesus tat, als wolle er weitergehen,
29 aber sie drängten ihn
und sagten: Bleibe bei uns;
denn es wird Abend,
der Tag hat sich schon geneigt!
Da ging er mit hinein, um bei ihnen zu bleiben.
30 Und es geschah:
Als er mit ihnen bei Tisch war,
nahm er das Brot,
sprach den Lobpreis,
brach es und gab es ihnen.
31 Da wurden ihre Augen aufgetan
und sie erkannten ihn;
und er entschwand ihren Blicken.
32 Und sie sagten zueinander:
Brannte nicht unser Herz in uns,
als er unterwegs mit uns redete
und uns den Sinn der Schriften eröffnete?
33 Noch in derselben Stunde brachen sie auf
und kehrten nach Jerusalem zurück
und sie fanden die Elf und die mit ihnen versammelt waren.
34 Diese sagten:
Der Herr ist wirklich auferstanden
und ist dem Simon erschienen.
35 Da erzählten auch sie,
was sie unterwegs erlebt
und wie sie ihn erkannt hatten,
als er das Brot brach.

Auslegung

Liebe Schwestern und Brüder,

dieses Osterfest ist anders als alle anderen. Wir können es nicht gemeinsam feiern, wie all die Jahre zuvor. Die ganze Welt steht seit Wochen auf dem Kopf! Jeder ist in irgendeiner Weise von den Auswirkungen der Coronakrise betroffen. Wir selbst können ein Ende der Krise bislang nicht absehen.

Was mag angesichts dessen Gottes Sicht auf diese Situation sein? Was sieht er darin, was wir vielleicht nicht sehen?

Auch die beiden Jünger, die von Jerusalem nach Emmaus gingen, steckten in einer tiefen Krise. Jesus war auf grausame und schmähliche Weise am Kreuz gestorben. Damit zerbrach mit einem Mal ihre Zukunftsperspektive. Sie hatten sich schon ausgemalt, wie er die damaligen Feinde Israels, die Römer, aus dem Land vertreiben würde und dem Volk Israel zu einem politischen Aufschwung verhelfen würde. Diese Vorstellung hatte sich nun mit einem Schlag in einen Scherbenhaufen verwandelt. Mit Jesus war ihnen ihr Initiator, ihr Leader und ihr Freund genommen worden. Der Schock darüber steckte ihnen noch tief in den Knochen. Er war so stark, dass sie blind vor Schmerz auf dem Weg nach Emmaus ihren Freund Jesus gar nicht erkannten. Es schien keinen Ausweg, keinen Lichtblick mehr am Horizont zu geben

Solche Situationen spielen sich auch in unserem Leben ab. Wir haben eine bestimmte Vision, ein Ziel, auf das wir zustreben. Jeder Mensch braucht ja etwas, dass ihn antreibt. Vielleicht ist es der Schul- oder der Studienabschluss, oder ein Projekt im Beruf, oder die Vision von einem gelungenen und glücklichen Familienleben. Wir investieren und verausgaben uns dafür.

Und dann stürzt plötzlich mit einem Schlag alles, wofür wir gelebt und gekämpft haben zusammen. Wir können nur ohnmächtig zusehen, wie unsere Vision wie ein Kartenhaus zerfällt. Ich kann mir zum Beispiel vorstellen, dass es jetzt vielen Menschen so geht, die ein kleines Geschäft oder ein Unternehmen haben und es wegen der Coronakrise schließen mussten. Das, was sie sich über Jahre aufgebaut haben, steht innerhalb kürzester Zeit vor dem Aus.

Wo ist Ihnen schon einmal Ihre Zukunftsperspektive zerbrochen? Wo haben Sie zuletzt kleinere oder größere Enttäuschungen erlebt? Welche Situationen haben Sie als ausweglos empfunden?

Ich persönlich kann mich zum Beispiel an eine Situation in meinem Studium erinnern, wo ich auf Wohnungssuche war und mit einem Vermieter kurz vor einer Einigung stand. Am nächsten Tag wollte ich den Vertrag unterzeichnen. In Gedanken hatte ich mich schon auf die Wohnung gefreut. Wenige Stunden vorher telefonierte ich mit dem Vermieter und er sagte mir knapp, dass er die Wohnung soeben an einen anderen Interessenten vermietet hatte.

Es kam mir damals so vor, als hätte jemand einen Eimer mit Eiswasser über mir ausgegossen – ein Schock, der mich für den Rest des Tages lähmte. Es schien all meine Gedanken auszufüllen. Erst nach und nach legte sich der Staub und ich konnte wieder etwas klarer sehen und mich neu fokussieren. Geholfen hat mir in der Situation, dass ich mit Freunden und meinen Eltern darüber sprechen konnte. Auch im Gebet habe ich die Kraft gefunden mich neu auszurichten und nach einer anderen Wohnung zu suchen. Diese habe ich dann - Gott sei Dank - auch kurze Zeit später gefunden.

Den Emmausjüngern erging es ähnlich. Die Begegnung mit dem geheimnisvollen Wegbegleiter eröffnet ihnen allmählich eine neue Perspektive auf den Tod Jesu. Sie bekommen eine Ahnung von den Zusammenhängen zwischen dem was in der Schrift über Jesus geschrieben steht und dem was in Jerusalem mit ihm passiert ist. Die Jünger lassen sich auf die Perspektive Gottes ein, die weiter ist, als ihre eigene. Während des gemeinschaftlichen Abendessens mit Jesus verschwindet bei den Jüngern der letzte Frust und ihre Trauer wird in Begeisterung verwandelt. Sie erkennen: Wenn Jesus nicht einmal vom Tod bezwungen werden kann, dann ist ab jetzt alles möglich! Dann haben wir einen Grund in jeder Lage zu hoffen, dass er bei uns ist und uns hilft.

In welchen Begegnungen haben Sie schon einmal einen neuen Blickwinkel auf eine Krise in ihrem Leben bekommen? Wer sind in Ihrem Leben die Wegbegleiter, durch die Gott Ihnen einen neuen, geweiteten Blick auf Ihr Leben schenken möchte? Was hat Ihnen geholfen, Durststrecken in Ihrem Leben zu bewältigen?

Liebe Schwestern und Brüder, an Ostern feiern wir, dass Gott uns in seinem Sohn Jesus eine neue Perspektive aufgetan hat. Er hat der tiefsten Krise, dem Tod, die Endgültigkeit und Ausweglosigkeit genommen. Der Tod ist nicht mehr die absolute Endstation. Er ist vielmehr eine Durchgangsstation zum ewigen Leben mit Gott.

Diese Wirklichkeit dürfen wir auch schon ansatzweise in unseren heutigen Lebenskrisen erfahren. Auch sie sind keine Endstationen, auch wenn sie manchmal noch so bedrohlich wirken. Es gibt ein Danach, auf das wir hoffen dürfen. Es gibt jemanden, der weiter sieht als wir und der uns begleitet, auch wenn wir das bisweilen nicht erkennen können.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Ihrer Familie ein gesegnetes Osterfest und weiterhin viel Kraft und Zuversicht beim gemeinsamen Durchschreiten der Coronakrise!

Amen.

Tobias Wolff, Pastoralassistent

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Ostersonntag 2020

Predigt von Matthias Veit

Liebe Schwestern und Brüder!

Es sind schon merkwürdige Zeiten, die wir durchleben: Corona-Zeiten. Das heimtückische Virus hat die Welt fest im Griff!  Von überall her die gleichen Bilder, trotz schönen Wetters: fast leer gefegte Straßen, Menschen mit Mundschutz, geschlossene Geschäfte und Restaurants, Flugzeuge nicht in der Luft, sondern am Boden.

Und ein neues englisches Wort mussten wir lernen: Shut down! Übersetzt heißt es so viel wie herunterfahren, stilllegen. Selbstbeschränkung ist uns verordnet. Selbstbeschränkung, soweit als möglich. Für manche ein schmerzliches Unterfangen, mit hohen finanziellen Verlusten verbunden, bis hin zum drohenden Ruin.

Auch wenn es jetzt vielleicht etwas weit her geholt klingt. Auch Jesus vollzieht im Grunde genommen diese Bewegung. Ein Shutdown bis zum „Geht nicht mehr“. Ein Herunterfahren, für das er sogar mit dem Leben bezahlt: Vom höchsten denkbaren Punkt, nämlich Gott gleich zu sein (wie Paulus sich an die Philipper ausdrückt), hat er sich aufs Äußerste erniedrigt, sich wie ein Verbrecher ans Kreuz schlagen lassen, sich hinschlachten lassen, und sich als Toter in die Dunkelheit einer Grabhöhle legen lassen. Ja, in der Schattenwelt, der Unterwelt war sein Zuhause! Hinabgestiegen in das Reich desTodes, so beten wir es denn auch im Glaubensbekenntnis. Jesus, ein Toter unter Toten!

Wenn man so will: Seine ganze Erdenzeit bis hin zum Gründonnerstag, dem Karfreitag, dem Karsamstag steht unter dieser Bewegung: Eine schiere Selbstaufgabe, ein Shutdown, ein Sich-zurücknehmen ohnegleichen, … und dies allein aus purer Liebe zu uns Menschen und einem - im wahrsten Sinne des Wortes - abgrundtiefen Vertrauen in seinen Vater!

Doch genau an diesem Nullpunkt, am toten Punkt angelangt, ereignet sich die Wende!! Maria Magdalena ist die erste, die das Wunder des neuen Lebens, die den Sieg Jesu über den Tod, erfahren darf. Sie findet nicht nur das leere Grab. Der Auferstandene selbst zeigt sich ihr, spricht mit ihr, ruft sie beim Namen, als derselbe und der doch ganz andere. Mit neuem Leib versehen, nicht mehr an Raum und Zeit gebunden, in ein Sein gehoben, das vom Tod nie mehr bedroht werden wird.  Auferstehung! Ostern!

Worin aber liegt der tiefere Sinn des Ganzen? Der Mehrwert? Hauptsache Jesus gerettet!? Hauptsache Maria Magdalena glücklich!? Hauptsache Petrus und die anderen Jünger völlig aus dem Häuschen!? Das wäre doch zu wenig. Nein, mit Ostern haben wir alle gewonnen! Wie sich das aber vorstellen??

In der alten Ikonenmalerei der Ostkirchen finden sich Darstellungen, in denen das Herauskommen Jesu aus dem Grab wie ein Triumph gezeigt wird. Da sieht man Jesus, den Auferstandenen, in ein kostbares goldenes Gewand gehüllt. Er steht über der Grabesgruft. Die linke Hand zum Segensgestus erhoben. Und seine rechte? Sie greift nicht ins Leere. Sie greift unter sich nach Adam, d.h. nach dem Menschen schlechthin, der noch im dunklen Grab steht und dem Herrn seinen Arm entgegenreckt. Und Jesus zieht ihn aus der modernden Gruft ans Licht. Das braune Gewand des Adam beginnt schon golden zu leuchten. Wie gesagt: Eine Vorstellung von Ostern in den Ostkirchen.

Doch wir brauchen gar nicht soweit zu gehen. Wir können in Mayen bleiben. Als ich vor vierzehn Tagen beim Frühstück die Rheinzeitung aufschlug, fiel mir nämlich genau dieses Motiv in die Hände. Der Künstler Mo Taherinia, der nicht weit von der Herz-Jesu Kirche  entfernt wohnt, und den ich bis dato gar nicht kannte, hat eine Kreuzesdarstellung genau unter diesem Duktus angefertigt. Als ich das Foto davon in der Zeitung sah, war ich für einen Moment sprachlos. Für mich (abgesehen von den Osternestern, die ich vielleicht noch in meinem Garten finden werde) die Osterüberraschung des Jahres!

Ein Mann aus dem Iran, der kein Christ ist, ….. er vermag uns zu sagen, was Ostern bedeutet!! Wie Gottes Geist doch wirkt!

Und ich habe noch am gleichen Tag den Kontakt mit dem Künstler Mo, wie er genannt werden will, gesucht. Und Mo war so frei: Er hat sein Werk nochmals geschnitzt und farbig gefasst, ein Duplikat, in Windeseile. Hier ein Foto davon. 

Ob es Mo bewusst ist? Er hat es verstanden: Den Sinn des Kreuzes und den Gewinn von Ostern! Die Botschaft seines Werkes überdeutlich: Gott Vater (seine Hand) hält Jesus. Er hat seinen Sohn, aus dem Reich des Todes aufgeweckt, herausgeholt, ….. und mit Ihm zieht er auch uns, den Menschen, ins Leben! Wir werden mit auferweckt. Unsere Rettung, wenn man so will, ein göttliches Gemeinschaftswerk.

Sich daran zu erinnern, tut wohl mehr als einmal Not. Manchmal kommt einem sogar das eigene Herz wie ein Abgrund vor. Und wenn es so ist? Schaut hin: Jesus steigt mit hinab und „liebt uns heraus“ aus dem, was uns runterzieht, was in uns verzagt, sündig und gebrochen ist. Der Lebendige schlägt unsere ausgestreckte Hand nicht aus. Er lässt uns in unseren Sorgen, in unseren Ängsten nicht hängen. Er hebt uns aus Gräbern hervor. Er stellt uns neu auf die Füße.

Der ehemalige Papst Benedikt hat solchen Glauben, fast poetisch, einmal so beschrieben: Die Liebe ist vorgedrungen in das Reich des Todes! Auch in der extremsten Dunkelheit menschlicher Einsamkeit und Ausweglosigkeit können wir eine Stimme hören, die uns ruft und eine Hand finden, die uns ergreift und uns nach draußen führt. Erst recht gilt dies am Ende unserer je persönlichen Erdenzeit. Unser Retter wird uns befreien aus der Todesmacht in die Fülle eines noch größeren Lebens hinein, das wir Himmel nennen.

Liebe Mitchristen! Aus dem Shutdown, aus der Lähmung herausfinden, die selbstverordneten Fesseln, die angezogenen Bremsen zu lösen, das gesellschaftliche Leben wieder „hochzufahren“, anzukurbeln, das wird - hoffentlich bald - die anspruchsvolle, aber willkommene Aufgabe der kommenden Wochen werden. Kann nicht gerade die Osterbotschaft, die Osterhoffnung, die wir hier miteinander feiern, die innere Kraft dafür geben, dies zu bewerkstelligen!? Ich baue darauf!

In der Wochenzeitung „Die Zeit“ berichten Leser Ausgabe für Ausgabe von kleinen Erlebnissen, die ihr Leben bereichert haben. Unlängst hat ein Mann aus Elmenhorst in Mecklenburg-Vorpommern folgende Begebenheiten, die er selbst so erlebt hat, der Leserschaft mitgeteilt. Auf dem Spielplatz ist ein kleiner Junge gestolpert und hat sich das Knie aufgeschlagen. Nun weint er bitterlich, aber seine Oma versorgt die Wunde und tröstet ihn mit den Worten: Der liebe Gott macht alles wieder gut. Fragend sieht der Kleine die Oma an: Muss ich rauf, oder kommt runter?

Diese Frage hat sich jetzt ja wohl erübrigt. Oder? Für wen das immer noch nicht klar ist, der muss die Predigt wieder lesen und das Bild wieder betrachten, …. bis der Groschen fällt.

Frohe Ostern!                                     Ihr Pastor Matthias Veit

11. April 2020

Ich lebe und das heißt ich tanze mit dem Tod

Wer lebt, der entgeht nicht dem Risiko
Wie schnell ist der Einsatz perdu
da setzt man auf Rot, aber Schwarz gewinnt
schon hört man: rien ne va plus.
Der Beginn ist eine Liaison
mit dem Ende - es gibt kein Pardon.
Ich lebe und das heißt:
ich tanze mit dem Tod
tanze mit dem Tod
von Anfang an tanzen wir nur cheek to cheek
ich tanze mit dem Tod
tanze mit dem Tod
die Frage ist nur, wie lang dauert die Musik.
Jemand geht einfach los über's Wasser
jemand bricht einfach ein auf dem Eis
es ist gut, wenn man weiß
in jedem Fötus wohnt ein Greis
mit jedem Schritt setzt man sein Leben auf's Spiel.
Der Beginn ist eine Liaison
mit dem Ende - es gibt kein Pardon.

Ich lebe und das heißt:

ich tanze mit dem Tod

tanze mit dem Tod
von Anfang an tanzen wir nur cheek to cheek
ich tanze mit dem Tod
tanze mit dem Tod
die Frage ist nur, wie lang dauert die Musik.
Wenn für mich der Tanz vorbei ist
steht auf meinem Grab ein Stein
und auf dem ist dann zu lesen:
Wer wird jetzt mein Partner sein?
Ich lebe und das heißt
ich tanze mit dem Tod
tanze mit dem Tod
von Anfang an tanzen wir nur cheek to cheek
ich tanze mit dem Tod
tanze mit dem Tod
die Frage ist nur, wie lang dauert die Musik.
Ich tanze mit dem Tod
tanze mit dem Tod
nicht weil ich's will, sondern weil ich es einfach muß.
Ich tanze mit dem Tod
tanze mit dem Tod.
Die Frage ist nur, wie lang dauert die Musik.
Ich tanze mit dem Tod,
Tanze mit dem Tod
Eins, zwei, Wiegeschritt und - Tangoschluß.

Herman van Veen


Karfreitag 2020 - Auslegung des Evangeliums von Dominik Schmitt

Bild von Annika Frank

Liebe Schwestern und Brüder,

wir aber sollen uns rühmen im Kreuz unseres Herrn Jesus Christus. In ihm ist unser Heil, unser Leben und unsere Auferstehung. Durch ihn sind wir erlöst und befreit. Gott sei uns gnädig und segne uns, er lasse über uns sein Angesicht leuchten und erbarme sich unser. (Vgl. Gal 6,14; Ps 66,2)

So haben wir es gerade zu Beginn im lateinischen Eröffnungshymnus gehört.

Am heutigen Karfreitag steht das Kreuz im Mittelpunkt und lenkt unseren Blick auf das wesentliche unseres Glaubens. Auf Leiden, Tod und Auferstehung Jesu. So wie in jedem Jahr. Eigentlich bin jedes Jahr verwundert, dass dieser Tag im Bewusstsein der Christen einen geringen Stellenwert hat.

  • Traditionell kommen an Karfreitag nur wenige Menschen in unsere Kirchen.
  • Traditionell wird jedes Jahr darüber diskutiert, warum ein Tanzverbot an diesem stillen Feiertag sein muss.
  • Traditionell nutzt man den freien Karfreitag dazu spazieren zu gehen oder hier ganz in der Nähe zum Karfreitagsrennen an den Nürburgring zu fahren.

 

Diese Traditionen sind in diesem Jahr im wahrsten Sinne des Wortes durchkreuzt worden. All unsere Pläne wurden von einem auf den anderen Tag durchkreuzt, zunichte gemacht durch eine unsichtbare Krankheit, die wir nicht erforscht haben und die wir auch nicht kontrollieren können. Das macht vielen Angst.

Was gibt uns da noch Hoffnung und Orientierung?

 

Selbst den wenigen treuen Christen, die an diesem Tag zur Kirche kommen, um den Herrn auf seinem letzten Weg auf dieser Erde zu begleiten, ist es dieses Jahr nicht gewährt, dies tun zu können.

Die Kirche ist leer. Der Herr von dem Jesaja sagt, dass er unsere Krankheit getragen hat, unsere Schmerzen auf sich genommen hat und für die Schuld der Menschen ans Kreuz geht, tut dies auch jetzt. (Vgl. Jes 53,3ff)

Kann es ein eindrücklicheres Bild geben, als an diesem Karfreitag 2020? Keiner ist hier. Und dennoch nimmt alles seinen Lauf. Jesus begegnet seiner weinenden Mutter und den verängstigten Jüngern. Er geht seinen persönlichen Kreuzweg. Nicht für sich selber, sondern für uns Menschen. Für unser Heil und für unsere Auferstehung.

  • Für jene Menschen, die gerne hierhergekommen wären und nun allein zu Hause sitzen und dort beten.
  • Für die Menschen, die für andere in dieser bedrückenden Zeit DA sind, in den Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern. Bei den sozialen Hilfsdiensten, bei der Kirche und der Nachbarschaftshilfe.
  • Für die Menschen, die in dieser Stunde an den Beatmungsschläuchen hängen und wie Jesus, um ihr Leben kämpfen.

Gerade an diesem Karfreitag 2020 machen wir die Erfahrung, dass sich der Kern dieses Tages nicht in unseren Kirchen abspielt, sich nicht räumlich begrenzen lässt, sondern an den vielen Orten unseres alltäglichen Lebens Realität wird.

  • Dort wo Menschen krank sind,
  • wo Menschen um ihre Existenz bangen müssen,
  • wo Menschen isoliert auf Begegnungen warten.

Weil Jesus das Leid mit den Menschen teilt, ist er dort anzutreffen, wo verzweifelte laut Schreien und Menschen unter Tränen bitten und beten, dass es ihnen wieder besser geht. (Vgl. Hebr 5,7) Wir können dazu beitragen, die Not zu verringern. Vielleicht in einem guten Wort, durch einen Anruf oder einem kurzen Lächeln bei einer Begegnung.

 

Immer wo Menschen das Leid anderer lindern, zeigt sich die Kraft der Liebe, die immer stärker ist als die Dunkelheit des Todes. (Vgl. 1 Joh 4,7f)

Wir wissen, dass Gottes Liebe Mensch wurde in diesem Jesus von Nazareth. Diese Liebe wird sich seinen Weg bahnen. Einen Weg der nicht einen großen Bogen um das Kreuz macht, sondern uns durch das Kreuz hin zum leeren Grab führen wird. Diese Zeit in die uns Gott hineinstellt will uns vielleicht einmal aufrütteln, dass wir den Blick auf das Wesentliche richten sollen. Auf das, was uns Zuversicht schenkt. Auf Jesus Christus, der am Kreuz aus Liebe sein Leben für uns hingibt.

Viele Diskussionen der letzten Monate werden nun in den Schatten gestellt. Es ist nichts mehr zu hören von Wirtschaftswachstum oder der endlosen Frage nach dem Zölibat.

Menschen machen sich vielmehr Gedanken um den Sinn ihres Lebens, um ihre Beziehungen untereinander, um das hohe Gut der eigenen Gesundheit, um das Wohlergehen der eigenen Familie und Familie. Vielleicht auch um ihre Gottesbeziehung. Wer ist dieser Gott, der für mich, für mein Leben?

Wir aber sollen uns rühmen im Kreuz unserer Herrn Jesus Christus, dass heiß so viel, wir sollen das Kreuz Jesu annehmen lernen, auch wenn es schwer ist und uns viel abverlangt. Wir sollen uns an diesem Kreuz orientieren, uns an ihm festhalten, es in die Mitte stellen, von dem uns Rettung verheißen ist. (Vgl. 1 Kor 1,18)

Besonders in dieser Zeit.  Amen.

Bild: HIER zum DOWNLOAD und VERSCHENKEN!

Predigt: HIER ZUM DOWNLOAD und VERSCHENKEN!


Dankbarkeit

09. April 2020

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08. April 2020 - von Tobias Wolff

Aktion Ostergrüße

Dieses Osterfest ist anders als alle anderen. Wir können es wegen der Coronakrise nicht gemeinsam feiern. Die Aktion „Ostergrüße in der Coronakrise“ will trotz der gebotenen sozialen Distanz Nähe schaffen. Dazu sind Kinder (vor allem im Kindergarten- und Grundschulalter) eingeladen, einen persönlichen Ostergruß zu basteln und diesen, zusammen mit ihrem Namen und einem Hinweis auf die Aktion, an ältere Menschen in ihrer Nachbarschaft zu verschenken. Auf diese Weise können die Kinder, den Menschen aus der Risikogruppe eine kleine (Oster)Freude in ihrer belastenden Situation machen. Ein persönlicher Kontakt ist dabei selbstverständlich zu vermeiden. Am besten wird der Gruß in der Osterwoche vom 12.-18. April den betreffenden Personen in den Briefkasten geworfen oder an die Tür gehängt.

Der Gruß kann ein gemaltes Bild, ein gefärbtes Ei oder etwas anderes Gebasteltes sein. Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt.

Wer möchte kann seinen Ostergruß auch fotografieren und per Mail an tobias.wolff(at)bistum-trier.de senden. Die Fotos werden dann hier auf der Homepage des Dekanates veröffentlicht.

Allen Teilnehmenden ein herzliches „Vergelt´s Gott“ und gesegnete Kar- und Ostertage!


Immer wartet irgendwo ein Kind

07. April 2020 - von Winfried Stadtfeld

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Bitte

06. April 2020


Palmsonntag 2020 - von Josef Schrupp

Gedanken zu Palmsonntag

In einer der vielen Geschichten, die dem Münchener Original Karl Valentin zugeschrieben werden, sagen ihm seine Verwandten, dass es an der Zeit sei, dass er in sich gehe. Seine Antwort: „da war ich schon, da war auch nichts los.“

Wenn wir in dieser Zeiten in uns gehen, habe ich eher den Eindruck, dass in uns sehr viel los ist.

Wir finden Ängste in uns:

Werden wir von dem Virus verschont?

Wie können wir uns schützen, uns und die Menschen um uns?

Wie lange wird das alles dauern?

Welche Einschränkungen müssen wir akzeptieren?

Werde ich finanziell die Zeit überstehen?

Viele Fragen stellen sich auch im Zusammenhang mit unserem Glauben und der religiösen Praxis.

Zum ersten Mal in den über 50 Jahren, in denen ich Priester bin, werde ich nicht mit unserer Gemeinde zusammen die Kartage feiern können. Vieles was Ihnen lieb und gewohnt ist, bleibt zurzeit unmöglich. Das, was wir in diesen Tagen feiern, ist mehr als Erinnerung und frommes Spiel. Es geht wirklich um uns. Ein bedeutender evangelischer Theologe hat es so gesagt: „Beim Hören des Wortes Gottes, geht es um meine Sache.“

Es ist gut, dass wir die Möglichkeit haben, über die neuen Medien Gottesdienste erleben und mitfeiern zu können. Nutzen Sie diese Möglichkeiten. Wir finden dort Anregungen zum Nachdenken, sogar zum Beten. Darüber hinaus gibt uns die Distanz zum Gewohnten auch die Chance, Möglichkeiten neu schätzen zu lernen, wie wir Glauben leben und vertiefen können. Wir können neu und in anderen Formen beten zu können. Im Übrigen können wir in unserem Beten ohnehin immer auch die Menschen mit ihren Anliegen mit hinein nehmen. Wir können die hl. Schrift neu entdecken. Manchmal gibt da ein einziger Satz Hilfe und Anstöße. Unser Gotteslob bietet viele Möglichkeiten und Anregungen zum Beten und für ganz Mutige auch zum Singen!

Der Dienst am Nächsten – auch mit Abstand – ist ein Gottesdienst. Sogar eine besondere Form von Gottesdienst.

Eine Anregung noch zum Palmsonntag: Schauen Sie, z. B. auch im Internet, einmal in die Texte des Palmsonntags, besonders auch in die Leidensgeschichte nach dem Evangelisten Matthäus. Gehen Sie einmal in Gedanken für sich den Weg Jesu mit. Vielleicht finden Sie da Antworten, angesichts des Leidens und der Erfahrung der Bedrohtheit des Lebens. Sicher keine einfachen Antworten, aber doch Hinweise, wie man diese schwierige Zeit besser bestehen kann.

Ihnen allen Gottes Segen, bleiben Sie zuversichtlich! Wenn Sie in sich gehen, werden Sie auch viel Ermutigendes und Gutes entdecken.

Pastor

Josef Schrupp


04. April 2020 - von Sylke Wintrich

Alles hat seine Zeit

Turn, Turn, Turn (The Byrds)

Übersetzung: www.songtexte.com

Kehr um! Kehr um! Kehr um! (Ein jegliches hat seine Zeit)

Ein jegliches (Kehr um! Kehr um! Kehr um!)
Hat seine Zeit (Kehr um! Kehr um! Kehr um!)
Und alles Vornehmen unter dem Himmel hat seine Stunde.

Eine Zeit, geboren zu werden, eine Zeit, zu sterben
Eine Zeit, zu pflanzen, eine Zeit, auszureißen
Eine Zeit, zu töten, eine Zeit, zu heilen
Eine Zeit, zu lachen, eine Zeit, zu weinen

Ein jegliches (Kehr um! Kehr um! Kehr um!)
Hat seine Zeit (Kehr um! Kehr um! Kehr um!)
Und alles Vornehmen unter dem Himmel hat seine Stunde.

Eine Zeit, zu bauen, eine Zeit, abzubrechen
Eine Zeit, zu tanzen, eine Zeit, zu klagen
Eine Zeit, Steine wegzuwerfen
Eine Zeit, Steine zu sammeln

Ein jegliches (Kehr um! Kehr um! Kehr um!)
Hat seine Zeit (Kehr um! Kehr um! Kehr um!)
Und alles Vornehmen unter dem Himmel hat seine Stunde.

Eine Zeit, zu lieben, eine Zeit, zu hassen
Eine Zeit des Streits, eine Zeit des Friedens
Eine Zeit, zu herzen*
Eine Zeit, aufzuhören, zu herzen*

Ein jegliches (Kehr um! Kehr um! Kehr um!)
Hat seine Zeit (Kehr um! Kehr um! Kehr um!)
Und alles Vornehmen unter dem Himmel hat seine Stunde.

Eine Zeit, zu behalten, eine Zeit, wegzuwerfen
Eine Zeit, zu zerreißen, eine Zeit, zuzunähen
Eine Zeit, zu lieben, eine Zeit, zu hassen
Eine Zeit des Friedens, ich schwöre, es ist nicht zu spät.

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03. April 2020 - von Mechthild Peters

Text vergessen


02. April 2020 - von Annika Frank

Regenbogenleuchten


01. April 2020 - von Monika Lellmann

You will never walk alone


31. März 2020 - von Nicole Wittmeier

Das Wichtigste auf dieser Welt

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30. März 2020 - von Annika Frank

Licht strahlt auf

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Komm, wir suchen einen Schatz

29. März 2020 - Predigt von Ralf Birkenheier

  • Evangelium Joh 9, 1-45
  • Predigt von Ralf Birkenheier

Joh 9, 1-45

Ein Mann war krank, Lazarus aus Betanien, dem Dorf, in dem Maria und ihre Schwester Marta wohnten.
Maria ist die, die den Herrn mit Öl gesalbt und seine Füße mit ihrem Haar abgetrocknet hat; deren Bruder Lazarus war krank.

Daher sandten die Schwestern Jesus die Nachricht: Herr, dein Freund ist krank.
Als Jesus das hörte, sagte er: Diese Krankheit wird nicht zum Tod führen, sondern dient der Verherrlichung Gottes: Durch sie soll der Sohn Gottes verherrlicht werden.
Denn Jesus liebte Marta, ihre Schwester und Lazarus.

Als er hörte, dass Lazarus krank war, blieb er noch zwei Tage an dem Ort, wo er sich aufhielt. Danach sagte er zu den Jüngern: Lasst uns wieder nach Judäa gehen. Die Jünger entgegneten ihm: Rabbi, eben noch wollten dich die Juden steinigen und du gehst wieder dorthin? Jesus antwortete: Hat der Tag nicht zwölf Stunden? Wenn jemand am Tag umhergeht, stößt er nicht an, weil er das Licht dieser Welt sieht; wenn aber jemand in der Nacht umhergeht, stößt er an, weil das Licht nicht in ihm ist.
So sprach er. Dann sagte er zu ihnen: Lazarus, unser Freund, schläft; aber ich gehe hin, um ihn aufzuwecken.

Da sagten die Jünger zu ihm: Herr, wenn er schläft, dann wird er gesund werden. Jesus hatte aber von seinem Tod gesprochen, während sie meinten, er spreche von dem gewöhnlichen Schlaf. Darauf sagte ihnen Jesus unverhüllt: Lazarus ist gestorben.

Und ich freue mich für euch, dass ich nicht dort war; denn ich will, dass ihr glaubt. Doch wir wollen zu ihm gehen.
Da sagte Thomas, genannt Didymus (Zwilling), zu den anderen Jüngern: Dann lasst uns mit ihm gehen, um mit ihm zu sterben.

Als Jesus ankam, fand er Lazarus schon vier Tage im Grab liegen.
Betanien war nahe bei Jerusalem, etwa fünfzehn Stadien entfernt.

Viele Juden waren zu Marta und Maria gekommen, um sie wegen ihres Bruders zu trösten.
Als Marta hörte, dass Jesus komme, ging sie ihm entgegen, Maria aber blieb im Haus.

Marta sagte zu Jesus: Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben. Aber auch jetzt weiß ich: Alles, worum du Gott bittest, wird Gott dir geben.
Jesus sagte zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen.
Marta sagte zu ihm: Ich weiß, dass er auferstehen wird bei der Auferstehung am Letzten Tag.
Jesus erwiderte ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Glaubst du das?
Marta antwortete ihm: Ja, Herr, ich glaube, dass du der Messias bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.

Nach diesen Worten ging sie weg, rief heimlich ihre Schwester Maria und sagte zu ihr: Der Meister ist da und lässt dich rufen.
Als Maria das hörte, stand sie sofort auf und ging zu ihm.
Denn Jesus war noch nicht in das Dorf gekommen; er war noch dort, wo ihn Marta getroffen hatte.

Die Juden, die bei Maria im Haus waren und sie trösteten, sahen, dass sie plötzlich aufstand und hinausging. Da folgten sie ihr, weil sie meinten, sie gehe zum Grab, um dort zu weinen.
Als Maria dorthin kam, wo Jesus war, und ihn sah, fiel sie ihm zu Füßen und sagte zu ihm: Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben.

Als Jesus sah, wie sie weinte und wie auch die Juden weinten, die mit ihr gekommen waren, war er im Innersten erregt und erschüttert.
Er sagte: Wo habt ihr ihn bestattet? Sie antworteten ihm: Herr, komm und sieh!
Da weinte Jesus.
Die Juden sagten: Seht, wie lieb er ihn hatte!
Einige aber sagten: Wenn er dem Blinden die Augen geöffnet hat, hätte er dann nicht auch verhindern können, dass dieser hier starb?

Da wurde Jesus wiederum innerlich erregt und er ging zum Grab. Es war eine Höhle, die mit einem Stein verschlossen war.
Jesus sagte: Nehmt den Stein weg! Marta, die Schwester des Verstorbenen, entgegnete ihm: Herr, er riecht aber schon, denn es ist bereits der vierte Tag. Jesus sagte zu ihr: Habe ich dir nicht gesagt: Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen?
Da nahmen sie den Stein weg. Jesus aber erhob seine Augen und sprach: Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast. Ich wusste, dass du mich immer erhörst; aber wegen der Menge, die um mich herum steht, habe ich es gesagt; denn sie sollen glauben, dass du mich gesandt hast.

Nachdem er dies gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus!
Da kam der Verstorbene heraus; seine Füße und Hände waren mit Binden umwickelt, und sein Gesicht war mit einem Schweißtuch verhüllt. Jesus sagte zu ihnen: Löst ihm die Binden und lasst ihn weggehen!

Viele der Juden, die zu Maria gekommen waren und gesehen hatten, was Jesus getan hatte, kamen zum Glauben an ihn.

Komm, wir suchen einen Schatz

Liebe Schwestern und Brüder.

Im Kindergarten wurde vor kurzem folgendes Lied gesungen:
„Komm, wir suchen einen Schatz!“
Wer so was sagt, gar singt, der weiß, was er sagt und was er singt – oder er/sie/es ist ein Träumer, im schlimmsten Fall sogar ein Lügner. Und Lügen haben nicht nur kurze Beine, sondern können zerstören und auch töten.

„Komm, wir suchen einen Schatz!“ -  wer sich auf Schatzsuche macht, der muss eine kräftige Portion Zeit, aber auch Geduld und Mut im Rucksack haben.

Menschen haben viele Fähigkeiten, Eigenheiten, aber auch Möglichkeiten, vor allem aber: Eine Sehnsucht in ihrem Herzen – die Sehnsucht nach Schätzen, von denen wir oft gar nicht wissen, wo wir sie suchen sollten.

Der größte Schatz für unser Leben – ist das Leben selbst:
- ein Leben ohne Angst,
- leben ohne Krankheit,
- wieder leben und atmen können ohne Corona,
- leben ohne Leiden,
- leben ohne Tod.
Nur - wo finden wir eine Schatztruhe, in der dies alles – natürlich unbegrenzt haltbar – versteckt ist?

Über ganz Betanien, einem kleinen Ort bei Jerusalem,  lag der Traum von solch einer Schatztruhe – und wurde doch nur Schaum vor dem verschlossenen Grab, dem Grab, in dem alle Hoffnungen und Träume und Sehnsüchte beerdigt werden mussten. Denn weit und breit war keine Hilfe, niemand, keiner!
Und Gott? Der war erst recht nicht da – der war wohl überall, nur nicht in Betanien, beim kranken Bruder und Freund – dort, wo man ihn nun wirklich am meisten gebraucht hätte. Statt Gott – das Grab – und auch dort war er nicht zu finden. Wenn das so ist,  dann brauch man auch keinen Gott.
Es geht besser ohne ihn! Geht es besser ohne ihn?

Wo ist denn Gott, wenn ich vor einem Grab stehe?
Wo ist denn Gott, wenn Corona das Leben bedroht?
Wo war denn Gott, wenn wie in Kroatien die Erde bebte?
Wo ist denn Gott, wenn Kinder grausam an Hunger sterben oder verdursten?
Wo ist denn Gott, wenn in Spanien Senioren unbemerkt sterben…
Wo ist denn Gott, wenn Diktatoren, Völker unterdrücken und quälen?

Wo war denn Gott, wenn vorgestern Menschen auf einer Autobahn verbrennen?
Wo ist denn Gott, als die vierjährige Tochter meines Freundes unheilbar an Krebs erkrankte?
Wo war denn Gott, als vor Monaten ein Freund plötzlich tot umfiel, und neben ihm seine beiden Kinder ahnungslos spielten?

Ja, wenn DU da gewesen wärst?! – Ja, wenn  - wenn – alle Sätze, die so anfangen, die haben es  in sich, die sollte es am besten gar nicht erst geben!

Gräber sind so unüberwindlich, so endgültig! So brutal!
Stirbt die Sehnsucht am Grab von Betanien?

Seit Betanien wissen Menschen überall in der Welt – dass unser eigenes, verzweifeltes Betanien, dass unsere Gräber, dass unser Sterben, unser eigener Tod – dass wir selbst es mit Christus zu tun bekommen haben!
Und der bietet der täglichen Trauer, dem wahnsinnig machenden Warum und Weshalb die Stirn. Corona inbegriffen.
Sein Kreuz bringt dem Tod den Tod – und das Leben trägt den Sieg davon!

Heute, 14 Tage vor Ostern, riecht es schon danach; heute werden wir auf den Geschmack des Lebens gebracht: Wer Christus schmeckt und ihm begegnet, die und der hat es mit dem Leben zu tun, trotz allem Sterben.
Die Schatztruhe, nach der wir uns sehnen, hat spätestens seit Betanien einen Namen: Christus.
Diese Truhe aber öffnet sich nicht von selbst. Da müssen wir schon selber Hand anlegen. Ähnlich wie bei Ali Baba – es bedarf des berühmten Zauberwortes – dem Wort unseres Herzens, dem Wort unseres Vertrauens, dem Wort unseres Glaubens  – unseres Ja-Wortes zu eben diesem Jesus:

Weil Martha und Maria an diesen gefundenen Schatz, an Christus selber glaubten, öffnete sich die Truhe des Grabes, und das Leben lebt.

Christus, der Lebendige, der Auferstandene, begegnet uns täglich in den Wenn´s und den Warum´s unseres Lebens und zwar durch Menschen, die uns von Angst und Furcht frei machen, weil sie uns in ihre Arme nehmen;
die unsere Krankheiten heilen, wenn sie uns anlächeln.

So sagte mir ein Kommunionkind vor wenigen Tagen:“ Egal wann ich zur Erstkommunion gehe, Wunder kann ich heute schon wirken: Die Mama lacht, wenn sie mich sieht!“

Menschen, die von Leiden befreien, weil sie bereit sind, diese mitzutragen und auszuhalten;
Menschen, die den Tod in das Licht des Ostermorgens rücken:
Menschen, bei denen wir erfahren dürfen: Gut, dass es uns gibt – schön, dass wir da sind.

Was für ein Schatz, wenn wir solche Menschen erleben und erfahren und auch spüren dürfen. Da geschieht Ostern, mitten im alltäglichen Leben und besonders  an und in seinen leidvollen und so schmerzlichen Grenzen – und damit dann auch Aufbruch aller Gräber und der Beginn des Lebens, das nicht mehr enden wird – welch ein Schatz!

In Christus haben wir diesen Schatz  gefunden – und auch in manch einem, der seinem Christennamen alle Ehre macht – an den oder die wir vielleicht heute dankbar denken?!

Es ist Sonntag – auch wenn wir nicht gemeinsam die hl. Messe feiern können Wir beten gemeinsam zu dem, der den Lazarus zum Leben erweckt und uns alle durch seinen Tod und seine Auferstehung zum ewigen Osterfest berufen und befreit hat.

Ralf Birkenheier

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28. März 2020 - von Dominic Lück

Wüstenerfahrungen

Das Lied kennt sie, Wüstenerfahrungen. Und den Wunsch nach Stärkung in  solchen Wüsten. Wüstenerfahrung: Am vergangenen Freitag um 7:43 Uhr  erhalte ich eine Nachricht einer bekannten Familie. Der Sohn,  Kommunionkind, fragt seine Mutter: „Wieso hat Gott Corona geschaffen?  Denn er hat ja schließlich die ganze Welt erschaffen.“

Bumm! Eine der größten philosophischen Fragen der Menschheit überhaupt: wieso gibt es das Böse in der Welt? Um 7:43 Uhr weiß ich  keine Antwort auf die Frage. Geschweige denn eine kindgerechte Antwort.

Deswegen frage ich Andere: drei Priester, zwei Theologieprofessoren,  eine Gemeindereferentin, eine große Kinderversteherin und sie alle bemühen sich mit Erklärungen, die dem jungen Mann tatsächlich geholfen haben, zu verstehen. Und auch wenn die Antworten gut waren, finde ich für mich keine endgültige Lösung. Und bis jetzt eigentlich immer noch  nicht…

Wüstenerfahrung: Keine Antwort zu wissen. Derzeit keine Antwort zu  finden. Keine Antwort geben zu können. Als Erwachsene sagen zu müssen:  „ich weiß es nicht“.  Fragen aushalten müssen.

In dieser Wüste der fehlenden Antwort hilft mir ein Wort von Rainer Maria Rilke: „Sie sind so jung, so vor allem Anfang, und ich möchte Sie, so gut ich es kann, bitten, lieber Herr, Geduld zu haben gegen alles Ungelöste in Ihrem Herzen und zu versuchen, die Fragen selbst liebzuhaben wie verschlossene Stuben und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache geschrieben sind. Forschen Sie jetzt nicht nach den Antworten, die Ihnen nicht gegeben werden können, weil Sie sie nicht leben könnten. Und es handelt sich darum, alles zu leben. Leben Sie jetzt die Fragen. Vielleicht leben Sie dann allmählich, ohne es zu  merken, eines fernen Tages in die Antwort hinein.“

HIERzum AUSDRUCKEN und VERSCHENKEN! Wen überraschen Sie heute?


27. März 2020 - von Oliver Serwas

Regenbogen der Hoffnung

Liebe Kinder (ach, wir sind ja alle Kinder Gottes und so können alle mitmachen!!!) und alle, die sich für das Ausmalen begeistern können, die Kinder in Italien haben dieses Regenbogenbild gemalt, um zu zeigen, wie wichtig es ist, dass wir im Moment zu Hause bleiben, damit nicht noch mehr Menschen krank werden: „Io non esco!“ heißt übersetzt „Ich bleibe Zuhause!“. Der Regenbogen und die Sonne sollen auch Mut machen: „Andra tutto bene“ heißt übersetzt „Alles wird gut“. Bild ausmalen und sichtbar ans Fenster kleben und so zeigen: Auch wir bleiben zu Hause, wir geben uns Mut!

HIER alles weitere zur Aktion und das Bild zum DOWNLOAD, AUSMALEN UND ANS FENSTER KLEBEN!


26. März 2020 - von Tobias Wolff

Muss ich auch wandern

HIER zum Ausdrucken und Verschenken!


25. März 2020 - von Matthias Veit

Aus dem Augenblick geboren

HIER zun DOWNLOAD, AUSDRUCKEN und VERTEILEN


24. März 2020 - aus dem Pfarrbüro in Nachtsheim

Nicht alles abgesagt

(Quelle: unbekannt)


23. März 2020 - von Evelyne Schumacher

Zeitvermehrung


22. März 2020 - von Annika Frank

Impuls zum Evangelium des 4. Fastensonntages:

Joh 9, 1-41

„Remember to love

 

 

„Remember to Love“ (Erinnere dich zu lieben) – das Band mit dieser Aufschrift habe ich vor sieben Jahren am Ground Zero in New York fotografiert. Es hing an einem Baum, der den ganzen Terror vom 11. September 2001 unbeschadet überstanden hat. Die Botschaft des Bandes – vor allem an diesem Ort, mit all seinem Leid und Schmerz - hat mich sehr berührt.

Gerade in diesen Tagen denke ich sehr häufig an dieses Bild und der dahinter stehenden Botschaft. Ich stelle mir dabei die Frage: Sich „erinnern zu lieben“ was bedeutet das eigentlich angesichts der aktuellen Situation?

Für mich beschreibt „erinnern zu lieben“ die Grundhaltung mit der ich mein Leben und mein Handeln ausrichten und wie ich Menschen begegnen möchte. Es beschreibt aber gleichzeitig auch, dass ich selbst mit dieser Haltung angenommen und „gesehen“ werden möchte. Dass ich Zuwendung erfahre. Liebe, Zuwendung und „Gesehen werden“ sind zutiefst menschliche Sehnsüchte, die sich vor allem in menschlicher Beziehung, Nähe und Begegnung ausdrücken. Doch aufgrund der aktuellen Situation sind die Formen der Begegnung, in denen sich das bisher oftmals ausgedrückt hat, derzeit nicht möglich - so wie beispielsweise mit dem Enkelkind zu spielen, die Oma zu besuchen, miteinander Geburtstag im Kreise seiner Liebsten zu feiern, zusammenzukommen und Kaffee zu trinken, miteinander Sport zu machen oder miteinander Unternehmungen zu machen. Der Verzicht auf Begegnung und Zuwendung und die damit einhergehende Isolation sind nur schwer auszuhalten und tun schmerzlich weh.

Ein wesentlicher Aspekt des heutigen Evangeliums kann uns in dieser Situation eine Hilfestellung sein. Das Evangelium will im wahrsten Sinne des Wortes „Augen öffnen“. Es will ermutigen „anders“ oder „neu“ zu sehen.

Direkt zu Beginn des Evangeliums heißt es, dass Jesus den Blinden sieht und ihn in seiner Not wahrnimmt. Dabei hat der Blinde gar nicht auf sich aufmerksam gemacht. Aber Jesus sieht ihn. Er lässt sich von seiner Not berühren. Doch dabei bleibt es nicht. Jesus geht im übertragenen Sinne einen Schritt weiter. Er bleibt nicht beim Wahrnehmen stehen. Er wird aktiv und wendet sich dem Mann zu. Jesus spuckt auf den Boden, verrührt den Speichel mit der Erde und reibt es dem Blinden in die Augen. Gerade in diesen Tagen erscheint diese Passage sehr markant. Aber interessant ist an dieser Stelle was damit gemeint ist. Es geht um das tätige Werk der Barmherzigkeit. Jesus tut etwas. Jesus begegnet der Not des Mannes. Doch damit hat der Blinde sein Augenlicht noch nicht wiedererlangt. Das geschieht erst, nachdem der Blinde der Aufforderung Jesu nachgegangen ist und seine Augen im Teich Schiloach ausgewaschen hat. Jesu Handeln löst also etwas bei dem Blinden aus, aufgrund dessen er der Aufforderung nachkommt und zum Wasser geht.

Angesichts unserer aktuellen Beschränkungen kann das Vorgehen Jesu uns in mehrerlei Hinsicht eine Hilfestellung sein „anders“ bzw. „neu“ auf menschliche Beziehung, Nähe und Begegnung zu schauen. Also wie „erinnern zu lieben“ auch trotz der aktuellen Situation geschehen kann.

Ein erster Zugang ist der Aspekt Wahrnehmen“. Wir nehmen durch diese Situation ganz bewusst wahr, was das Wesentliche in unserem Leben ausmacht: Menschliche Beziehung, Nähe, Begegnung und gemeinsame Zeit. Und wir nehmen wahr, was uns all das bedeutet. Wahrnehmen bedeutet aber auch die Verantwortung, die wir derzeit füreinander haben, wahr- und ernst zu nehmen. Das bedeutet zu erkennen und es auch einzuhalten, dass wir uns zum Wohle aller, aber gerade der vorerkrankten und älteren Menschen zurücknehmen und einschränken müssen. Da gibt es keine Alternative. Darüber hinaus kann Wahrnehmen aber auch bedeuten, dass wir aufmerksam für die Menschen um uns herum sind. Aufmerksam für die Menschen und ihre Situation, ihre Sorgen und ihre Nöte. In unserem Umfeld, in unserm Dorf, in unserem Stadtteil, in unserem Verwandten- und Bekanntenkreis. Das kann bedeuten sich zum Beispiel zu fragen: Wie geht es eigentlich dem alleinlebenden älteren Herrn am Ende der Straße, der keine Verwandtschaft in der Nähe hat? Ist da jemand, der sich nach ihm erkundigt? Der mit ihm spricht? Der im Blick hat, dass er besser derzeit nicht einkaufen gehen sollte? Genau diese Aufmerksamkeit ist so wichtig, weil – ähnlich wie im Evangelium – viele Menschen sich nicht „gesehen“ fühlen und sich selbst nicht aktiv Hilfe einfordern.

Dem Beispiel Jesu folgend bedeutet das für uns aber auch, all das nicht nur wahrzunehmen, sondern aktiv zu werden. Also in unserem Fall zu fragen wie wir mit Blick auf all unsere Wahrnehmungen Beziehung auf eine andere Weise gestalten können. Zu überlegen was Zeichen tätiger Liebe sein können. Zu fragen wie Zuwendung dennoch geschehen und gezeigt werden kann. Zu fragen wie Menschen, die einsam, dennoch am Leben teilhaben können und die Hoffnung nicht verlieren.

Handlungsoptionen, die sich daraus ergeben, gibt es viele. Auch im Fernsehen, in der Zeitung oder im Internet stößt man auf viele bereits ausgeführte Beispiele und Ideen.

* Es kann sein, dass man sich nacheinander per Telefon erkundigt. Dass man gerade die Menschen anruft, die alleine sind.

* Es kann sein, dass man die im Blick behält, die kein Internet haben. Dass man ihnen eine Karte mit einem Mut machenden Text zukommen lässt

* Es kann sein, dass man sich Karten oder Briefe schreibt. Dass man per Videoanruf Kontakt hat.

* Es kann aber auch bedeuten, dass man beim Einkaufen Rücksicht aufeinander nimmt und nicht „hamstert“.

* Es kann das Mittun bei einem Einkaufsservice sein.

* Es kann sein, dass man seinen Lieben, zu denen man keinen persönlichen Kontakt haben darf, kreative kleine Hoffnungszeichen zukommen lässt.

* Es kann die Kerze sein, die man abends um 19.30 Uhr am Fenster anzündet - in Verbindung mit einem Gebet.

All diese Beispiele zeigen: Liebe und Zuwendung sind nicht „abgesagt“. Sich „erinnern zu lieben“ ist nicht „abgesagt“. Wir müssen jedoch „neu“ darauf schauen. Und wenn wir dann unser Handeln danach ausrichten, dann trägt das dazu bei, dass wir anderen trotz allem Zuwendung schenken und Hoffnung machen. Dadurch erfahren aber auch wir selbst Hoffnung. Und Hoffnung ist gerade in dieser Zeit so wichtig.

Vielleicht kann das Foto Ihnen in diesem Sinne Hoffnung machen und als Erinnerung dienen: „Remember to Love“!

 

Annika Frank

 


21. März 2020 - von Oliver Serwas

Von guten Mächten

Wie anders klingt doch dieses Lied als noch vor einigen Worten - und doch spendet es ganz anders und stärker zugleich Mut und Zuversicht!

Geschrieben wurde es im Dezember 1944 von Dietrich Bonheffer in Gestapohaft. Weitere Hintergründe zum Lied und Dietrich Bonhoeffer: https://de.wikipedia.org/wiki/Von_guten_M%C3%A4chten_treu_und_still_umgeben

Hier können Sie das Lied ausdrucken. Für sich selbst. Für andere. Zum Summen, Für andere singen. Am Telefon... 


20. März 2020 - von David Morgenstern

Unterbrechung


19. März 2019 - vom Seelsorgeteam Mendig

Gebetszettel

Barmherziger Gott und Vater,
hier ist dein Haus, mitten in unserer Gemeinde.
Du bist uns ganz nahe, weil wir dir kostbar sind.
In allem, was mich betrifft und bedrängt, ängstigt und sorgt, zünde ich eine Kerze an.
Damit ist dies alles nicht gelöst und geklärt.
Aber ich weiß, dass ich bei dir aufgehoben bin.
Du bringst Licht in all meine Dunkelheiten.
Du bist die Wahrheit in all meinen Fragen.
Du bist das Leben – ich werde auferstehen.
Diesen Glauben stärke in mir, täglich neu,
du Herr meines Lebens.

GEBETSZETTEL ZUM AUSDRUCKEN


ANGELUS

18. März 2020

Morgens um 7, mittags um halb 12 und abends um 7 läuten bei uns in Kirchwald in der Eifel die Glocken.  Erst kommt der Schlag für die Uhrzeit, also sieben oder halb zwölf. Dann kommt ein dunkler Ton, drei Mal drei Schläge hintereinander, und dann läutet eine hellere Glocke ungefähr drei Minuten.  Das klingt weit über unser Dorf hinaus, merke ich auf meinen Spaziergängen.

Die Glocken erinnern an das lateinische Angelus-Gebet. Der Engel des Herrn (Angelus) brachte Maria die Botschaft, dass sie ein Kind bekommen sollte, Jesus.

Schon seit über 700 Jahren läuten die Glocken und erinnern die Menschen daran, dass sie nicht allein gelassen sind auf der Welt. Früher haben in den Klöstern die Menschen zu jedem Angelusläuten Gebete gesprochen. Auf alten Bildern sieht man auch Bauern, die um die Mittagsstunde die Arbeit unterbrechen und die Hände zum Gebet falten.  Außerdem hatten die Glocken natürlich in einer Zeit,  als es noch keine Handys gab und keine Armbanduhren, die Funktion, die Menschen an die Zeit zu erinnern: den Arbeitsbeginn, die Mittagspause, das Arbeitsende.

Wenn ich den Angelus höre, dann trägt mich das aus der Zeit heraus. Ich fühle mich verbunden mit den Menschen, die früher hier gelebt und gearbeitet haben. Sie haben im Sommer geschwitzt und sich gefreut, dass es bei uns in der Eifel nicht so heiß ist wie in der Stadt. Im Winter haben sie gefroren, wahrscheinlich mehr als wir heute. Sie haben sich über die Geburt ihrer Kinder gefreut und haben die Toten beerdigt. Der Angelus wird in Kirchwald bestimmt auch noch geläutet, wenn ich längst tot bin. Wunderbar. Es gibt doch auch Dinge, die Bestand haben in unserer schnell-lebigen Zeit. Und grade, wenn mir mulmig zumute ist oder wenn ich traurig bin, dann sprechen die Glocken besonders zu mir und ich höre darin die Stimme Gottes: „nur Mut, ich bin doch auch noch da.“

[Mechthild Peters, Krankenhausseelsorgerin im Krankenhaus Mayen, in: Anstöße im SWR 1 / Morgengruß SWR 4 RP vom 02.09.2017]

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17. März 2020

Ein Herzens-Gebet

Herr, wenn ich einsam bin,
schaffe in mir ein frohes Herz,
das deine Gegenwart fühlt.

Herr, wenn ich erschöpft bin,
schaffe in mir ein zuverlässiges Herz,
das mich an den Sinn des Lebens erinnert.

Wenn ich leide,
schaffe in mir ein geduldiges Herz,
das die Schwierigkeit schweigend erträgt.

Wenn ich versucht werde,
schaffe in mir ein festes Herz,
das gegen die Versuchung ankämpft

Wenn ich schuldig geworden bin,
schaffe ein in mir ein glaubendes Herz,
das deine Vergebung empfängt.

Wenn ich mit Wohlstand gesegnet bin,
schaffe in mir ein großzügiges Herz,
das deinen Gaben mit Armen teilt.

Wenn ich mit anderen zusammen bin,
schaffe in mir ein mutiges Herz,
das sich nicht scheut,
ein Zeuge des Evangeliums zu sein.

(Autor unbekannt)

[Bild: congerdesign/pixabay]

 

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