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#hoffnungslichter

Hier veröffentlichen wir Texte, Gebete und Predigten, um gemeinsam in der jetztigen Situation im Gebet - und nicht nur dort - verbunden zu sein. Gerne können Sie diese teilen oder auch ausdrucken und in Briefkästen stecken von Menschen, die sich drüber freuen würden oder keinen Internetzugang haben.

Palmsonntag 2020 - von Josef Schrupp

Gedanken zu Palmsonntag

In einer der vielen Geschichten, die dem Münchener Original Karl Valentin zugeschrieben werden, sagen ihm seine Verwandten, dass es an der Zeit sei, dass er in sich gehe. Seine Antwort: „da war ich schon, da war auch nichts los.“

Wenn wir in dieser Zeiten in uns gehen, habe ich eher den Eindruck, dass in uns sehr viel los ist.

Wir finden Ängste in uns:

Werden wir von dem Virus verschont?

Wie können wir uns schützen, uns und die Menschen um uns?

Wie lange wird das alles dauern?

Welche Einschränkungen müssen wir akzeptieren?

Werde ich finanziell die Zeit überstehen?

Viele Fragen stellen sich auch im Zusammenhang mit unserem Glauben und der religiösen Praxis.

Zum ersten Mal in den über 50 Jahren, in denen ich Priester bin, werde ich nicht mit unserer Gemeinde zusammen die Kartage feiern können. Vieles was Ihnen lieb und gewohnt ist, bleibt zurzeit unmöglich. Das, was wir in diesen Tagen feiern, ist mehr als Erinnerung und frommes Spiel. Es geht wirklich um uns. Ein bedeutender evangelischer Theologe hat es so gesagt: „Beim Hören des Wortes Gottes, geht es um meine Sache.“

Es ist gut, dass wir die Möglichkeit haben, über die neuen Medien Gottesdienste erleben und mitfeiern zu können. Nutzen Sie diese Möglichkeiten. Wir finden dort Anregungen zum Nachdenken, sogar zum Beten. Darüber hinaus gibt uns die Distanz zum Gewohnten auch die Chance, Möglichkeiten neu schätzen zu lernen, wie wir Glauben leben und vertiefen können. Wir können neu und in anderen Formen beten zu können. Im Übrigen können wir in unserem Beten ohnehin immer auch die Menschen mit ihren Anliegen mit hinein nehmen. Wir können die hl. Schrift neu entdecken. Manchmal gibt da ein einziger Satz Hilfe und Anstöße. Unser Gotteslob bietet viele Möglichkeiten und Anregungen zum Beten und für ganz Mutige auch zum Singen!

Der Dienst am Nächsten – auch mit Abstand – ist ein Gottesdienst. Sogar eine besondere Form von Gottesdienst.

Eine Anregung noch zum Palmsonntag: Schauen Sie, z. B. auch im Internet, einmal in die Texte des Palmsonntags, besonders auch in die Leidensgeschichte nach dem Evangelisten Matthäus. Gehen Sie einmal in Gedanken für sich den Weg Jesu mit. Vielleicht finden Sie da Antworten, angesichts des Leidens und der Erfahrung der Bedrohtheit des Lebens. Sicher keine einfachen Antworten, aber doch Hinweise, wie man diese schwierige Zeit besser bestehen kann.

Ihnen allen Gottes Segen, bleiben Sie zuversichtlich! Wenn Sie in sich gehen, werden Sie auch viel Ermutigendes und Gutes entdecken.

Pastor

Josef Schrupp


04. April 2020 - von Sylke Wintrich

Alles hat seine Zeit

Turn, Turn, Turn (The Byrds)

Übersetzung: www.songtexte.com

Kehr um! Kehr um! Kehr um! (Ein jegliches hat seine Zeit)

Ein jegliches (Kehr um! Kehr um! Kehr um!)
Hat seine Zeit (Kehr um! Kehr um! Kehr um!)
Und alles Vornehmen unter dem Himmel hat seine Stunde.

Eine Zeit, geboren zu werden, eine Zeit, zu sterben
Eine Zeit, zu pflanzen, eine Zeit, auszureißen
Eine Zeit, zu töten, eine Zeit, zu heilen
Eine Zeit, zu lachen, eine Zeit, zu weinen

Ein jegliches (Kehr um! Kehr um! Kehr um!)
Hat seine Zeit (Kehr um! Kehr um! Kehr um!)
Und alles Vornehmen unter dem Himmel hat seine Stunde.

Eine Zeit, zu bauen, eine Zeit, abzubrechen
Eine Zeit, zu tanzen, eine Zeit, zu klagen
Eine Zeit, Steine wegzuwerfen
Eine Zeit, Steine zu sammeln

Ein jegliches (Kehr um! Kehr um! Kehr um!)
Hat seine Zeit (Kehr um! Kehr um! Kehr um!)
Und alles Vornehmen unter dem Himmel hat seine Stunde.

Eine Zeit, zu lieben, eine Zeit, zu hassen
Eine Zeit des Streits, eine Zeit des Friedens
Eine Zeit, zu herzen*
Eine Zeit, aufzuhören, zu herzen*

Ein jegliches (Kehr um! Kehr um! Kehr um!)
Hat seine Zeit (Kehr um! Kehr um! Kehr um!)
Und alles Vornehmen unter dem Himmel hat seine Stunde.

Eine Zeit, zu behalten, eine Zeit, wegzuwerfen
Eine Zeit, zu zerreißen, eine Zeit, zuzunähen
Eine Zeit, zu lieben, eine Zeit, zu hassen
Eine Zeit des Friedens, ich schwöre, es ist nicht zu spät.

HIER zum DOWNLOAD und VERSCHENKEN!


03. April 2020 - von Mechthild Peters

Text vergessen


02. April 2020 - von Annika Frank

Regenbogenleuchten


01. April 2020 - von Monika Lellmann

You will nver walk alone


31. März 2020 - von Nicole Wittmeier

Das Wichtigste auf dieser Welt

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30. März 2020 - von Annika Frank

Licht strahlt auf

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Komm, wir suchen einen Schatz

29. März 2020 - Predigt von Ralf Birkenheier

  • Evangelium Joh 9, 1-45
  • Predigt von Ralf Birkenheier

Joh 9, 1-45

Ein Mann war krank, Lazarus aus Betanien, dem Dorf, in dem Maria und ihre Schwester Marta wohnten.
Maria ist die, die den Herrn mit Öl gesalbt und seine Füße mit ihrem Haar abgetrocknet hat; deren Bruder Lazarus war krank.

Daher sandten die Schwestern Jesus die Nachricht: Herr, dein Freund ist krank.
Als Jesus das hörte, sagte er: Diese Krankheit wird nicht zum Tod führen, sondern dient der Verherrlichung Gottes: Durch sie soll der Sohn Gottes verherrlicht werden.
Denn Jesus liebte Marta, ihre Schwester und Lazarus.

Als er hörte, dass Lazarus krank war, blieb er noch zwei Tage an dem Ort, wo er sich aufhielt. Danach sagte er zu den Jüngern: Lasst uns wieder nach Judäa gehen. Die Jünger entgegneten ihm: Rabbi, eben noch wollten dich die Juden steinigen und du gehst wieder dorthin? Jesus antwortete: Hat der Tag nicht zwölf Stunden? Wenn jemand am Tag umhergeht, stößt er nicht an, weil er das Licht dieser Welt sieht; wenn aber jemand in der Nacht umhergeht, stößt er an, weil das Licht nicht in ihm ist.
So sprach er. Dann sagte er zu ihnen: Lazarus, unser Freund, schläft; aber ich gehe hin, um ihn aufzuwecken.

Da sagten die Jünger zu ihm: Herr, wenn er schläft, dann wird er gesund werden. Jesus hatte aber von seinem Tod gesprochen, während sie meinten, er spreche von dem gewöhnlichen Schlaf. Darauf sagte ihnen Jesus unverhüllt: Lazarus ist gestorben.

Und ich freue mich für euch, dass ich nicht dort war; denn ich will, dass ihr glaubt. Doch wir wollen zu ihm gehen.
Da sagte Thomas, genannt Didymus (Zwilling), zu den anderen Jüngern: Dann lasst uns mit ihm gehen, um mit ihm zu sterben.

Als Jesus ankam, fand er Lazarus schon vier Tage im Grab liegen.
Betanien war nahe bei Jerusalem, etwa fünfzehn Stadien entfernt.

Viele Juden waren zu Marta und Maria gekommen, um sie wegen ihres Bruders zu trösten.
Als Marta hörte, dass Jesus komme, ging sie ihm entgegen, Maria aber blieb im Haus.

Marta sagte zu Jesus: Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben. Aber auch jetzt weiß ich: Alles, worum du Gott bittest, wird Gott dir geben.
Jesus sagte zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen.
Marta sagte zu ihm: Ich weiß, dass er auferstehen wird bei der Auferstehung am Letzten Tag.
Jesus erwiderte ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Glaubst du das?
Marta antwortete ihm: Ja, Herr, ich glaube, dass du der Messias bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.

Nach diesen Worten ging sie weg, rief heimlich ihre Schwester Maria und sagte zu ihr: Der Meister ist da und lässt dich rufen.
Als Maria das hörte, stand sie sofort auf und ging zu ihm.
Denn Jesus war noch nicht in das Dorf gekommen; er war noch dort, wo ihn Marta getroffen hatte.

Die Juden, die bei Maria im Haus waren und sie trösteten, sahen, dass sie plötzlich aufstand und hinausging. Da folgten sie ihr, weil sie meinten, sie gehe zum Grab, um dort zu weinen.
Als Maria dorthin kam, wo Jesus war, und ihn sah, fiel sie ihm zu Füßen und sagte zu ihm: Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben.

Als Jesus sah, wie sie weinte und wie auch die Juden weinten, die mit ihr gekommen waren, war er im Innersten erregt und erschüttert.
Er sagte: Wo habt ihr ihn bestattet? Sie antworteten ihm: Herr, komm und sieh!
Da weinte Jesus.
Die Juden sagten: Seht, wie lieb er ihn hatte!
Einige aber sagten: Wenn er dem Blinden die Augen geöffnet hat, hätte er dann nicht auch verhindern können, dass dieser hier starb?

Da wurde Jesus wiederum innerlich erregt und er ging zum Grab. Es war eine Höhle, die mit einem Stein verschlossen war.
Jesus sagte: Nehmt den Stein weg! Marta, die Schwester des Verstorbenen, entgegnete ihm: Herr, er riecht aber schon, denn es ist bereits der vierte Tag. Jesus sagte zu ihr: Habe ich dir nicht gesagt: Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen?
Da nahmen sie den Stein weg. Jesus aber erhob seine Augen und sprach: Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast. Ich wusste, dass du mich immer erhörst; aber wegen der Menge, die um mich herum steht, habe ich es gesagt; denn sie sollen glauben, dass du mich gesandt hast.

Nachdem er dies gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus!
Da kam der Verstorbene heraus; seine Füße und Hände waren mit Binden umwickelt, und sein Gesicht war mit einem Schweißtuch verhüllt. Jesus sagte zu ihnen: Löst ihm die Binden und lasst ihn weggehen!

Viele der Juden, die zu Maria gekommen waren und gesehen hatten, was Jesus getan hatte, kamen zum Glauben an ihn.

Komm, wir suchen einen Schatz

Liebe Schwestern und Brüder.

Im Kindergarten wurde vor kurzem folgendes Lied gesungen:
„Komm, wir suchen einen Schatz!“
Wer so was sagt, gar singt, der weiß, was er sagt und was er singt – oder er/sie/es ist ein Träumer, im schlimmsten Fall sogar ein Lügner. Und Lügen haben nicht nur kurze Beine, sondern können zerstören und auch töten.

„Komm, wir suchen einen Schatz!“ -  wer sich auf Schatzsuche macht, der muss eine kräftige Portion Zeit, aber auch Geduld und Mut im Rucksack haben.

Menschen haben viele Fähigkeiten, Eigenheiten, aber auch Möglichkeiten, vor allem aber: Eine Sehnsucht in ihrem Herzen – die Sehnsucht nach Schätzen, von denen wir oft gar nicht wissen, wo wir sie suchen sollten.

Der größte Schatz für unser Leben – ist das Leben selbst:
- ein Leben ohne Angst,
- leben ohne Krankheit,
- wieder leben und atmen können ohne Corona,
- leben ohne Leiden,
- leben ohne Tod.
Nur - wo finden wir eine Schatztruhe, in der dies alles – natürlich unbegrenzt haltbar – versteckt ist?

Über ganz Betanien, einem kleinen Ort bei Jerusalem,  lag der Traum von solch einer Schatztruhe – und wurde doch nur Schaum vor dem verschlossenen Grab, dem Grab, in dem alle Hoffnungen und Träume und Sehnsüchte beerdigt werden mussten. Denn weit und breit war keine Hilfe, niemand, keiner!
Und Gott? Der war erst recht nicht da – der war wohl überall, nur nicht in Betanien, beim kranken Bruder und Freund – dort, wo man ihn nun wirklich am meisten gebraucht hätte. Statt Gott – das Grab – und auch dort war er nicht zu finden. Wenn das so ist,  dann brauch man auch keinen Gott.
Es geht besser ohne ihn! Geht es besser ohne ihn?

Wo ist denn Gott, wenn ich vor einem Grab stehe?
Wo ist denn Gott, wenn Corona das Leben bedroht?
Wo war denn Gott, wenn wie in Kroatien die Erde bebte?
Wo ist denn Gott, wenn Kinder grausam an Hunger sterben oder verdursten?
Wo ist denn Gott, wenn in Spanien Senioren unbemerkt sterben…
Wo ist denn Gott, wenn Diktatoren, Völker unterdrücken und quälen?

Wo war denn Gott, wenn vorgestern Menschen auf einer Autobahn verbrennen?
Wo ist denn Gott, als die vierjährige Tochter meines Freundes unheilbar an Krebs erkrankte?
Wo war denn Gott, als vor Monaten ein Freund plötzlich tot umfiel, und neben ihm seine beiden Kinder ahnungslos spielten?

Ja, wenn DU da gewesen wärst?! – Ja, wenn  - wenn – alle Sätze, die so anfangen, die haben es  in sich, die sollte es am besten gar nicht erst geben!

Gräber sind so unüberwindlich, so endgültig! So brutal!
Stirbt die Sehnsucht am Grab von Betanien?

Seit Betanien wissen Menschen überall in der Welt – dass unser eigenes, verzweifeltes Betanien, dass unsere Gräber, dass unser Sterben, unser eigener Tod – dass wir selbst es mit Christus zu tun bekommen haben!
Und der bietet der täglichen Trauer, dem wahnsinnig machenden Warum und Weshalb die Stirn. Corona inbegriffen.
Sein Kreuz bringt dem Tod den Tod – und das Leben trägt den Sieg davon!

Heute, 14 Tage vor Ostern, riecht es schon danach; heute werden wir auf den Geschmack des Lebens gebracht: Wer Christus schmeckt und ihm begegnet, die und der hat es mit dem Leben zu tun, trotz allem Sterben.
Die Schatztruhe, nach der wir uns sehnen, hat spätestens seit Betanien einen Namen: Christus.
Diese Truhe aber öffnet sich nicht von selbst. Da müssen wir schon selber Hand anlegen. Ähnlich wie bei Ali Baba – es bedarf des berühmten Zauberwortes – dem Wort unseres Herzens, dem Wort unseres Vertrauens, dem Wort unseres Glaubens  – unseres Ja-Wortes zu eben diesem Jesus:

Weil Martha und Maria an diesen gefundenen Schatz, an Christus selber glaubten, öffnete sich die Truhe des Grabes, und das Leben lebt.

Christus, der Lebendige, der Auferstandene, begegnet uns täglich in den Wenn´s und den Warum´s unseres Lebens und zwar durch Menschen, die uns von Angst und Furcht frei machen, weil sie uns in ihre Arme nehmen;
die unsere Krankheiten heilen, wenn sie uns anlächeln.

So sagte mir ein Kommunionkind vor wenigen Tagen:“ Egal wann ich zur Erstkommunion gehe, Wunder kann ich heute schon wirken: Die Mama lacht, wenn sie mich sieht!“

Menschen, die von Leiden befreien, weil sie bereit sind, diese mitzutragen und auszuhalten;
Menschen, die den Tod in das Licht des Ostermorgens rücken:
Menschen, bei denen wir erfahren dürfen: Gut, dass es uns gibt – schön, dass wir da sind.

Was für ein Schatz, wenn wir solche Menschen erleben und erfahren und auch spüren dürfen. Da geschieht Ostern, mitten im alltäglichen Leben und besonders  an und in seinen leidvollen und so schmerzlichen Grenzen – und damit dann auch Aufbruch aller Gräber und der Beginn des Lebens, das nicht mehr enden wird – welch ein Schatz!

In Christus haben wir diesen Schatz  gefunden – und auch in manch einem, der seinem Christennamen alle Ehre macht – an den oder die wir vielleicht heute dankbar denken?!

Es ist Sonntag – auch wenn wir nicht gemeinsam die hl. Messe feiern können Wir beten gemeinsam zu dem, der den Lazarus zum Leben erweckt und uns alle durch seinen Tod und seine Auferstehung zum ewigen Osterfest berufen und befreit hat.

Ralf Birkenheier

HIER zum AUSDRUCKEN und VERSCHENKEN


28. März 2020 - von Dominic Lück

Wüstenerfahrungen

Das Lied kennt sie, Wüstenerfahrungen. Und den Wunsch nach Stärkung in  solchen Wüsten. Wüstenerfahrung: Am vergangenen Freitag um 7:43 Uhr  erhalte ich eine Nachricht einer bekannten Familie. Der Sohn,  Kommunionkind, fragt seine Mutter: „Wieso hat Gott Corona geschaffen?  Denn er hat ja schließlich die ganze Welt erschaffen.“

Bumm! Eine der größten philosophischen Fragen der Menschheit überhaupt: wieso gibt es das Böse in der Welt? Um 7:43 Uhr weiß ich  keine Antwort auf die Frage. Geschweige denn eine kindgerechte Antwort.

Deswegen frage ich Andere: drei Priester, zwei Theologieprofessoren,  eine Gemeindereferentin, eine große Kinderversteherin und sie alle bemühen sich mit Erklärungen, die dem jungen Mann tatsächlich geholfen haben, zu verstehen. Und auch wenn die Antworten gut waren, finde ich für mich keine endgültige Lösung. Und bis jetzt eigentlich immer noch  nicht…

Wüstenerfahrung: Keine Antwort zu wissen. Derzeit keine Antwort zu  finden. Keine Antwort geben zu können. Als Erwachsene sagen zu müssen:  „ich weiß es nicht“.  Fragen aushalten müssen.

In dieser Wüste der fehlenden Antwort hilft mir ein Wort von Rainer Maria Rilke: „Sie sind so jung, so vor allem Anfang, und ich möchte Sie, so gut ich es kann, bitten, lieber Herr, Geduld zu haben gegen alles Ungelöste in Ihrem Herzen und zu versuchen, die Fragen selbst liebzuhaben wie verschlossene Stuben und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache geschrieben sind. Forschen Sie jetzt nicht nach den Antworten, die Ihnen nicht gegeben werden können, weil Sie sie nicht leben könnten. Und es handelt sich darum, alles zu leben. Leben Sie jetzt die Fragen. Vielleicht leben Sie dann allmählich, ohne es zu  merken, eines fernen Tages in die Antwort hinein.“

HIERzum AUSDRUCKEN und VERSCHENKEN! Wen überraschen Sie heute?


27. März 2020 - von Oliver Serwas

Regenbogen der Hoffnung

Liebe Kinder (ach, wir sind ja alle Kinder Gottes und so können alle mitmachen!!!) und alle, die sich für das Ausmalen begeistern können, die Kinder in Italien haben dieses Regenbogenbild gemalt, um zu zeigen, wie wichtig es ist, dass wir im Moment zu Hause bleiben, damit nicht noch mehr Menschen krank werden: „Io non esco!“ heißt übersetzt „Ich bleibe Zuhause!“. Der Regenbogen und die Sonne sollen auch Mut machen: „Andra tutto bene“ heißt übersetzt „Alles wird gut“. Bild ausmalen und sichtbar ans Fenster kleben und so zeigen: Auch wir bleiben zu Hause, wir geben uns Mut!

HIER alles weitere zur Aktion und das Bild zum DOWNLOAD, AUSMALEN UND ANS FENSTER KLEBEN!


26. März 2020 - von Tobias Wolff

Muss ich auch wandern

HIER zum Ausdrucken und Verschenken!


25. März 2020 - von Matthias Veit

Aus dem Augenblick geboren

HIER zun DOWNLOAD, AUSDRUCKEN und VERTEILEN


24. März 2020 - aus dem Pfarrbüro in Nachtsheim

Nicht alles abgesagt

(Quelle: unbekannt)


23. März 2020 - von Evelyne Schumacher

Zeitvermehrung


22. März 2020 - von Annika Frank

Impuls zum Evangelium des 4. Fastensonntages:

Joh 9, 1-41

„Remember to love

 

 

„Remember to Love“ (Erinnere dich zu lieben) – das Band mit dieser Aufschrift habe ich vor sieben Jahren am Ground Zero in New York fotografiert. Es hing an einem Baum, der den ganzen Terror vom 11. September 2001 unbeschadet überstanden hat. Die Botschaft des Bandes – vor allem an diesem Ort, mit all seinem Leid und Schmerz - hat mich sehr berührt.

Gerade in diesen Tagen denke ich sehr häufig an dieses Bild und der dahinter stehenden Botschaft. Ich stelle mir dabei die Frage: Sich „erinnern zu lieben“ was bedeutet das eigentlich angesichts der aktuellen Situation?

Für mich beschreibt „erinnern zu lieben“ die Grundhaltung mit der ich mein Leben und mein Handeln ausrichten und wie ich Menschen begegnen möchte. Es beschreibt aber gleichzeitig auch, dass ich selbst mit dieser Haltung angenommen und „gesehen“ werden möchte. Dass ich Zuwendung erfahre. Liebe, Zuwendung und „Gesehen werden“ sind zutiefst menschliche Sehnsüchte, die sich vor allem in menschlicher Beziehung, Nähe und Begegnung ausdrücken. Doch aufgrund der aktuellen Situation sind die Formen der Begegnung, in denen sich das bisher oftmals ausgedrückt hat, derzeit nicht möglich - so wie beispielsweise mit dem Enkelkind zu spielen, die Oma zu besuchen, miteinander Geburtstag im Kreise seiner Liebsten zu feiern, zusammenzukommen und Kaffee zu trinken, miteinander Sport zu machen oder miteinander Unternehmungen zu machen. Der Verzicht auf Begegnung und Zuwendung und die damit einhergehende Isolation sind nur schwer auszuhalten und tun schmerzlich weh.

Ein wesentlicher Aspekt des heutigen Evangeliums kann uns in dieser Situation eine Hilfestellung sein. Das Evangelium will im wahrsten Sinne des Wortes „Augen öffnen“. Es will ermutigen „anders“ oder „neu“ zu sehen.

Direkt zu Beginn des Evangeliums heißt es, dass Jesus den Blinden sieht und ihn in seiner Not wahrnimmt. Dabei hat der Blinde gar nicht auf sich aufmerksam gemacht. Aber Jesus sieht ihn. Er lässt sich von seiner Not berühren. Doch dabei bleibt es nicht. Jesus geht im übertragenen Sinne einen Schritt weiter. Er bleibt nicht beim Wahrnehmen stehen. Er wird aktiv und wendet sich dem Mann zu. Jesus spuckt auf den Boden, verrührt den Speichel mit der Erde und reibt es dem Blinden in die Augen. Gerade in diesen Tagen erscheint diese Passage sehr markant. Aber interessant ist an dieser Stelle was damit gemeint ist. Es geht um das tätige Werk der Barmherzigkeit. Jesus tut etwas. Jesus begegnet der Not des Mannes. Doch damit hat der Blinde sein Augenlicht noch nicht wiedererlangt. Das geschieht erst, nachdem der Blinde der Aufforderung Jesu nachgegangen ist und seine Augen im Teich Schiloach ausgewaschen hat. Jesu Handeln löst also etwas bei dem Blinden aus, aufgrund dessen er der Aufforderung nachkommt und zum Wasser geht.

Angesichts unserer aktuellen Beschränkungen kann das Vorgehen Jesu uns in mehrerlei Hinsicht eine Hilfestellung sein „anders“ bzw. „neu“ auf menschliche Beziehung, Nähe und Begegnung zu schauen. Also wie „erinnern zu lieben“ auch trotz der aktuellen Situation geschehen kann.

Ein erster Zugang ist der Aspekt Wahrnehmen“. Wir nehmen durch diese Situation ganz bewusst wahr, was das Wesentliche in unserem Leben ausmacht: Menschliche Beziehung, Nähe, Begegnung und gemeinsame Zeit. Und wir nehmen wahr, was uns all das bedeutet. Wahrnehmen bedeutet aber auch die Verantwortung, die wir derzeit füreinander haben, wahr- und ernst zu nehmen. Das bedeutet zu erkennen und es auch einzuhalten, dass wir uns zum Wohle aller, aber gerade der vorerkrankten und älteren Menschen zurücknehmen und einschränken müssen. Da gibt es keine Alternative. Darüber hinaus kann Wahrnehmen aber auch bedeuten, dass wir aufmerksam für die Menschen um uns herum sind. Aufmerksam für die Menschen und ihre Situation, ihre Sorgen und ihre Nöte. In unserem Umfeld, in unserm Dorf, in unserem Stadtteil, in unserem Verwandten- und Bekanntenkreis. Das kann bedeuten sich zum Beispiel zu fragen: Wie geht es eigentlich dem alleinlebenden älteren Herrn am Ende der Straße, der keine Verwandtschaft in der Nähe hat? Ist da jemand, der sich nach ihm erkundigt? Der mit ihm spricht? Der im Blick hat, dass er besser derzeit nicht einkaufen gehen sollte? Genau diese Aufmerksamkeit ist so wichtig, weil – ähnlich wie im Evangelium – viele Menschen sich nicht „gesehen“ fühlen und sich selbst nicht aktiv Hilfe einfordern.

Dem Beispiel Jesu folgend bedeutet das für uns aber auch, all das nicht nur wahrzunehmen, sondern aktiv zu werden. Also in unserem Fall zu fragen wie wir mit Blick auf all unsere Wahrnehmungen Beziehung auf eine andere Weise gestalten können. Zu überlegen was Zeichen tätiger Liebe sein können. Zu fragen wie Zuwendung dennoch geschehen und gezeigt werden kann. Zu fragen wie Menschen, die einsam, dennoch am Leben teilhaben können und die Hoffnung nicht verlieren.

Handlungsoptionen, die sich daraus ergeben, gibt es viele. Auch im Fernsehen, in der Zeitung oder im Internet stößt man auf viele bereits ausgeführte Beispiele und Ideen.

* Es kann sein, dass man sich nacheinander per Telefon erkundigt. Dass man gerade die Menschen anruft, die alleine sind.

* Es kann sein, dass man die im Blick behält, die kein Internet haben. Dass man ihnen eine Karte mit einem Mut machenden Text zukommen lässt

* Es kann sein, dass man sich Karten oder Briefe schreibt. Dass man per Videoanruf Kontakt hat.

* Es kann aber auch bedeuten, dass man beim Einkaufen Rücksicht aufeinander nimmt und nicht „hamstert“.

* Es kann das Mittun bei einem Einkaufsservice sein.

* Es kann sein, dass man seinen Lieben, zu denen man keinen persönlichen Kontakt haben darf, kreative kleine Hoffnungszeichen zukommen lässt.

* Es kann die Kerze sein, die man abends um 19.30 Uhr am Fenster anzündet - in Verbindung mit einem Gebet.

All diese Beispiele zeigen: Liebe und Zuwendung sind nicht „abgesagt“. Sich „erinnern zu lieben“ ist nicht „abgesagt“. Wir müssen jedoch „neu“ darauf schauen. Und wenn wir dann unser Handeln danach ausrichten, dann trägt das dazu bei, dass wir anderen trotz allem Zuwendung schenken und Hoffnung machen. Dadurch erfahren aber auch wir selbst Hoffnung. Und Hoffnung ist gerade in dieser Zeit so wichtig.

Vielleicht kann das Foto Ihnen in diesem Sinne Hoffnung machen und als Erinnerung dienen: „Remember to Love“!

 

Annika Frank

 


21. März 2020 - von Oliver Serwas

Von guten Mächten

Wie anders klingt doch dieses Lied als noch vor einigen Worten - und doch spendet es ganz anders und stärker zugleich Mut und Zuversicht!

Geschrieben wurde es im Dezember 1944 von Dietrich Bonheffer in Gestapohaft. Weitere Hintergründe zum Lied und Dietrich Bonhoeffer: https://de.wikipedia.org/wiki/Von_guten_M%C3%A4chten_treu_und_still_umgeben

Hier können Sie das Lied ausdrucken. Für sich selbst. Für andere. Zum Summen, Für andere singen. Am Telefon... 


20. März 2020 - von David Morgenstern

Unterbrechung


19. März 2019 - vom Seelsorgeteam Mendig

Gebetszettel

Barmherziger Gott und Vater,
hier ist dein Haus, mitten in unserer Gemeinde.
Du bist uns ganz nahe, weil wir dir kostbar sind.
In allem, was mich betrifft und bedrängt, ängstigt und sorgt, zünde ich eine Kerze an.
Damit ist dies alles nicht gelöst und geklärt.
Aber ich weiß, dass ich bei dir aufgehoben bin.
Du bringst Licht in all meine Dunkelheiten.
Du bist die Wahrheit in all meinen Fragen.
Du bist das Leben – ich werde auferstehen.
Diesen Glauben stärke in mir, täglich neu,
du Herr meines Lebens.

GEBETSZETTEL ZUM AUSDRUCKEN


ANGELUS

18. März 2020

Morgens um 7, mittags um halb 12 und abends um 7 läuten bei uns in Kirchwald in der Eifel die Glocken.  Erst kommt der Schlag für die Uhrzeit, also sieben oder halb zwölf. Dann kommt ein dunkler Ton, drei Mal drei Schläge hintereinander, und dann läutet eine hellere Glocke ungefähr drei Minuten.  Das klingt weit über unser Dorf hinaus, merke ich auf meinen Spaziergängen.

Die Glocken erinnern an das lateinische Angelus-Gebet. Der Engel des Herrn (Angelus) brachte Maria die Botschaft, dass sie ein Kind bekommen sollte, Jesus.

Schon seit über 700 Jahren läuten die Glocken und erinnern die Menschen daran, dass sie nicht allein gelassen sind auf der Welt. Früher haben in den Klöstern die Menschen zu jedem Angelusläuten Gebete gesprochen. Auf alten Bildern sieht man auch Bauern, die um die Mittagsstunde die Arbeit unterbrechen und die Hände zum Gebet falten.  Außerdem hatten die Glocken natürlich in einer Zeit,  als es noch keine Handys gab und keine Armbanduhren, die Funktion, die Menschen an die Zeit zu erinnern: den Arbeitsbeginn, die Mittagspause, das Arbeitsende.

Wenn ich den Angelus höre, dann trägt mich das aus der Zeit heraus. Ich fühle mich verbunden mit den Menschen, die früher hier gelebt und gearbeitet haben. Sie haben im Sommer geschwitzt und sich gefreut, dass es bei uns in der Eifel nicht so heiß ist wie in der Stadt. Im Winter haben sie gefroren, wahrscheinlich mehr als wir heute. Sie haben sich über die Geburt ihrer Kinder gefreut und haben die Toten beerdigt. Der Angelus wird in Kirchwald bestimmt auch noch geläutet, wenn ich längst tot bin. Wunderbar. Es gibt doch auch Dinge, die Bestand haben in unserer schnell-lebigen Zeit. Und grade, wenn mir mulmig zumute ist oder wenn ich traurig bin, dann sprechen die Glocken besonders zu mir und ich höre darin die Stimme Gottes: „nur Mut, ich bin doch auch noch da.“

[Mechthild Peters, Krankenhausseelsorgerin im Krankenhaus Mayen, in: Anstöße im SWR 1 / Morgengruß SWR 4 RP vom 02.09.2017]

HIER ZUM DOWNLOAD UND AUSDRUCKEN


17. März 2020

Ein Herzens-Gebet

Herr, wenn ich einsam bin,
schaffe in mir ein frohes Herz,
das deine Gegenwart fühlt.

Herr, wenn ich erschöpft bin,
schaffe in mir ein zuverlässiges Herz,
das mich an den Sinn des Lebens erinnert.

Wenn ich leide,
schaffe in mir ein geduldiges Herz,
das die Schwierigkeit schweigend erträgt.

Wenn ich versucht werde,
schaffe in mir ein festes Herz,
das gegen die Versuchung ankämpft

Wenn ich schuldig geworden bin,
schaffe ein in mir ein glaubendes Herz,
das deine Vergebung empfängt.

Wenn ich mit Wohlstand gesegnet bin,
schaffe in mir ein großzügiges Herz,
das deinen Gaben mit Armen teilt.

Wenn ich mit anderen zusammen bin,
schaffe in mir ein mutiges Herz,
das sich nicht scheut,
ein Zeuge des Evangeliums zu sein.

(Autor unbekannt)

[Bild: congerdesign/pixabay]

 

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